Umfrage
Deutsche weniger opferbereit

Die Deutschen haben wieder mehr Vertrauen in die Wirtschaft. Einer Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland zufolge rechnet eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger mit einer einer Fortsetzung des Aufschwungs. Auch beim Thema Arbeitszeiten und Lohneinbußen zeichnete sich eine neue Entwicklung ab.

HB BERLIN. Nach der Umfrage der Wirtschaftsjunioren Deutschland unter 11 313 Menschen rechnen 65 Prozent der Bundesbürger mit einer Fortsetzung des Wirtschaftsaufschwungs auch im kommenden Jahr. Im vergangenen Jahr waren es nur 46 Prozent.

Auch die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust ist zurückgegangen: 79 Prozent der Bürger halten ihren Arbeitsplatz für sicher (Vorjahr: 68 Prozent) - der höchste seit 1997 gemessene Wert. Offensichtlich werten die Bürger die positive Konjunktur aber nicht als Erfolg der Bundesregierung: Die große Koalition erhielt nur die Durchschnittsnote 3,3, im Vergleich zu 3,4 im Vorjahr.

„Deutschland blickt mit ungeahntem Optimismus in die Zukunft“, sagte die Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren, Kirsten Hirschmann, am Montag bei der Vorstellung der Studie in Berlin. In Ostdeutschland ist der Optimismus zwar ebenfalls gestiegen, die Werte sind jedoch niedriger als im Westen des Landes. Der positive Trend werde anscheinend nicht der Bundesregierung zugeschrieben, sondern eher den Anstrengungen der Wirtschaft und dem eigenen Verzicht, sagte Hirschmann.

Allerdings sind die Bundesbürger seltener als 2006 dazu bereit, für den Erhalt ihres Arbeitsplatzes Einbußen in Kauf zu nehmen: Nur noch 50 (2006: 60) Prozent sind bereit, für einen sicheren Job mehr Arbeit in Kauf zu nehmen. Die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten sowie zu Lohneinbußen ist ebenfalls zurückgegangen.

Positiver als im Vorjahr äußerten sich die Deutschen zur Globalisierung: Nur noch 39 Prozent der Befragten sehen Deutschland als Globalisierungsverlierer, 2006 waren es 57 Prozent. „Die aktuell gute Konjunktur täuscht offensichtlich über die weiterhin bestehenden Probleme hinweg“, sagte Hirschmann. Sie forderte die Regierung zu weiteren Maßnahmen auf: „Hier muss die Reform des Arbeitsmarktes mit einer Senkung der Lohnnebenkosten im Mittelpunkt stehen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%