Umfrage
Euro-Dienstleister knapp vor Wachstum

Die Dienstleister in der Euro-Zone steuern in großen Schritten auf Wachstum zu. Der Rückgang bei den Aufträgen fiel so gering aus wie seit Beginn der Krise nicht mehr, und die Firmen bauten kaum noch Stellen ab, wie die Markit-Experten am Donnerstag mitteilten.
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HB BERLIN. Mit 49,9 Zählern verfehlte der Einkaufsmanagerindex nur haarscharf die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dennoch signalisierte er damit bereits den 15. Monat in Folge ein Schrumpfen des Sektors - die Durststrecke ist damit so lange wie noch nie seit Umfragebeginn 1998.

Noch im Juli lag das Barometer aber bei lediglich 45,7 Punkten. Als erstes der großen Länder der Euro-Zone steigerten die Unternehmen in Deutschland ihre Geschäfte wieder. In Frankreich näherte sich der Sektor der Stabilisierung, in Italien war der Rückgang so gering wie seit elf Monaten nicht. Am stärksten nach unten ging es weiterhin in Spanien. Diese Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern seien ein Grund zur Sorge, sagte Markit-Experte Rob Dobson. „Es wird zunehmend schwierig, die richtigen geldpolitischen Entscheidungen zu treffen, wenn sich diese Unterschiede verfestigen.“

Die Auftragslage entspannte sich so stark wie nie seit Umfragebeginn, allerdings sammelten die Firmen unter dem Strich immer noch weniger Bestellungen ein als im Vormonat. Bremsklotz waren dabei Irland, Spanien und Italien, wo es für die Unternehmen erneut nach unten ging. In Frankreich und Deutschland konnten die Firmen dagegen erstmals seit September beziehungsweise August 2008 wieder mehr Aufträge einsammeln.

Auch der Stellenabbau verlor deutlich an Schärfe. Insgesamt fielen so wenige Arbeitsplätze weg wie seit November nicht mehr. Die besten Zahlen kamen dabei ebenfalls aus Deutschland, wo die Dienstleister zum ersten Mal seit sechs Monaten ihre Belegschaft aufstockten. Die Rezession in der Euro-Zone hat sich im zweiten Quartal abgeschwächt. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte lediglich um 0,1 Prozent nach einem Minus von 2,5 Prozent zu Jahresauftakt. Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal wieder wächst.

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