Umfrage
Industrie in Euro-Zone kühlt sich kräftig ab

Die Industrie in der Euro-Zone ist im Juli so stark geschrumpft wie seit fünf Jahren nicht mehr. Produktion, Auftragseingang, Exporte und Beschäftigung gingen zurück, während Kosten und Preise unerwartet stark stiegen.

HB BERLIN. Der RBS/Markit-Einkaufsmanagerindex sank um 1,8 auf 47,4 Punkte, wie die Marktforscher von Markit mitteilten. "Das Risiko einer Industrie-Rezession breitet sich in der Euro-Zone aus, und sogar in Deutschland bewegt sich das Wachstum bei sinkenden Auftragsbeständen auf eine Stagnation zu", sagte der RBS-Chefvolkswirt für Europa, Jacques Cailloux. "Der Giftcocktail aus höheren Energie- und Rohstoffpreisen, dem starken Euro, sinkenden Gewinnen und einem eingetrübten Vertrauen der Verbraucher hat einen dramatischen Einfluss auf die Wirtschaft."

Die Firmen schränkten ihre Produktion so stark ein wie zuletzt nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001. Das Barometer fiel hier auf 46,7 von 49,6 Punkten. Von den vier größten Ländern der Euro-Zone produzierten die Unternehmen lediglich in Deutschland etwas mehr als im Juni, dennoch lag der Zuwachs auf dem niedrigsten Niveau seit August 2005.

Auch der Auftragseingang brach so stark ein wie seit Dezember 2001 nicht mehr, der Indexwert betrug hier 43,8 Punkte nach 47,3 im Juni. Besonders aus dem Ausland kamen weniger Bestellungen: Die Unternehmen aus allen vier großen Euro-Staaten berichteten über einen Rückgang; bei Spaniens Firmen fiel er am größten, in Deutschland am geringsten aus. Am wenigsten gefragt waren Investitions- und Kapitalgüter, etwas geringer war der Rückgang bei Vorleistungsgütern.

Zum zweiten Monat in Folge bauten die Firmen Stellen ab. Allerdings war das Bild in den einzelnen Ländern gemischt: In Deutschland stellten die Industrieunternehmen neue Mitarbeiter ein, wenngleich sich das Tempo verlangsamt hat und nun so gering ist wie seit März 2006 nicht mehr. Spanien war Schlusslicht, hier fielen mehr Arbeitsplätze weg als je zuvor, der Rückgang hält damit den elften Monat in Folge an.

Den Unternehmen machten zudem steigende Kosten beim Einkauf von Rohstoffen zu schaffen. Die Preise stiegen hier mit der stärksten Rate seit Oktober 2004. Zunehmend versuchten die Industriebetriebe, die höheren Kosten an ihre Kunden weiterzureichen.

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