Umfrage
Jobkrise in deutscher Industrie verschärft sich

Die deutsche Industrie reagiert auf ihre schwere Krise mit einem drastischen Stellenabbau. Grund sind die schlecht laufenden Geschäfte als Folge der weltweiten Nachfrageflaute. Einziger kleiner Lichtblick ist die niedrige Inflation, die die Unternehmen in diesem Jahr um viele Mrd. entlastet.

HB BERLIN. Im März wurden so viele Arbeitsplätze gestrichen wie seit mindestens 13 Jahren nicht mehr. Das teilten die Marktforscher von Markit am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage unter 500 Unternehmen mit. Der dabei ermittelte Beschäftigungsindex fiel um 2,5 Punkte auf das Rekordtief von 33,7 Zählern. „Es gingen so viele Arbeitsplätze verloren wie noch nie seit Umfragebeginn im April 1996“, hieß es. „Nur die Einführung von Kurzarbeit verhinderte, dass es zu noch mehr Entlassungen kam.“

Grund für den rasanten Stellenabbau sind die schlecht laufenden Geschäfte als Folge der weltweiten Nachfrageflaute. Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex verbesserte sich im März zwar zum zweiten Mal in Folge leicht. Er ist mit 32,4 Punkten aber nach wie vor weiter von der Marke von 50 Punkten entfernt, ab der ein Wachstum signalisiert wird. „Die anhaltende Finanzmarktkrise sorgte weiter für äußerst schwierige Marktbedingungen und hinterließ in den Orderbüchern ein dickes Minus“, schrieben die Marktforscher. Die Geschäftsabschlüsse mit Auslandskunden gingen dabei besonders stark zurück.

Einziger kleiner Lichtblick ist die niedrige Inflation, die die Unternehmen in diesem Jahr um viele Mrd. entlastet. „Da die Rohstoffpreise auf breiter Front nachgaben, sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise im März mit neuer Rekordrate“, hieß es. Außerdem sei es den Firmen angesichts des Überangebots an vielen Vormaterialien gelungen, bei den Lieferanten Preisnachlässe durchzusetzen. Zusammen mit dem verschärften Wettbewerbsdruck habe dies aber dafür gesorgt, dass die Industrieunternehmen ihre Verkaufspreise ebenfalls in Rekordtempo senkten.

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