Umfrage
Mittelstand hat den Aufschwung vor Augen

Die Stimmung der deutschen Mittelständler hat sich gebessert. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst&Young rechnen viele Mittelständler damit, dass die ihre Geschäftslage im nächstens Halbjahr verbessert. Besonders die Nachfrage aus dem Ausland hat wieder zugelegt.
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FRANKFURT. Viele deutsche Mittelständler atmen auf. Knapp ein Drittel der Unternehmer rechnet damit, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden sechs Monaten verbessern wird. Das hatten zu Jahresbeginn gerade einmal vier Prozent für wahrscheinlich gehalten. Der Anteil der Pessimisten sank zugleich in weit größerem Ausmaß: Während zu Jahresbeginn 82 Prozent mit einer Verschlechterung gerechnet hatten, sind es nun 27 Prozent.

Diese Trendwende signalisiert das Mittelstandsbarometer, das auf einer halbjährlichen Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young basiert. 700 Unternehmen aus Dienstleistungsbranche, Industrie, Handel und Bau mit 30 bis 2 000 Mitarbeitern wurden hierfür im Juli befragt.

Auch das eigene Unternehmen dürfte vom erhofften Aufschwung profitieren, meinen die Befragten: Ihre Geschäftslage werde sich im nächsten halben Jahr verbessern, prophezeien 29 Prozent. Mit schlechteren Geschäften rechnen dagegen nur zwölf Prozent. Zu Beginn des Krisenjahres hatte der Anteil der Pessimisten den der Optimisten noch klar übertroffen.

Zwei Jahre lang hatten sich die Konjunkturerwartungen stets verschlechtert. Dass die Optimisten nun die Oberhand gewinnen, liegt offenbar auch an den Konjunkturpaketen. Auch, wenn bislang noch nicht allzu viel davon zu spüren ist, rechnen mehr als 40 Prozent der Firmen damit, dass sie in Zukunft von den Staatsprogrammen profitieren werden. Doppelt so viele sind zuversichtlich, dass die Rezession so gelindert werden kann. Ginge es nach ihnen, hätte die Politik aber mehr Geld für künstliche Stimuli ausgeben sollen. Direkte Staatshilfen dagegen befürworten die meisten nur in Ausnahmefällen (siehe Grafik).

Zuletzt hatten diverse Konjunkturindikatoren gezeigt, dass die deutsche Wirtschaft vor allem von im Ausland aufgelegten Fiskalprogrammen profitiert. So konnte die Industrie zuletzt deutliche Zuwächse in ihren Orderbüchern notieren, weil die Nachfrage aus dem Ausland erheblich zugelegt hatte. Im zweiten Quartal war der Auftragszuwachs ausländischer Kunden so groß wie nie innerhalb eines Vierteljahrs.

Aber auch wenn sich die Aussichten verbessert haben – das Ausgangsniveau ist nach dem beispiellosen Absturz der Wirtschaft niedrig, die Spuren der internationalen Wirtschaftskrise im deutschen Mittelstand sind tief. Auch das zeigen die Exporteure: Die Ausfuhren lagen im Juni um mehr als 20 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

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