Umfrage signalisiert Zuversicht
Manager planen mehr Investitionen

Die Zuversicht in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft steigt – auch wenn Deutschlands Topmanager von einer Konjunktureuphorie noch weit entfernt sind. Eine Umfrage im Auftrag des Handelsblatts belegt: Deutschlands Entscheider planen wieder mehr Investitionen.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Erstmals seit einem Jahr ist der Anteil der Entscheider, die in den kommenden zwölf Monaten wieder mehr investieren wollen, deutlich größer als die Gruppe derer, die ihre Investitionen zurückschrauben wollen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Handelsblatt Business-Monitors, einer exklusiven Umfrage des Marktforschungsinstitutes Psephos unter mehr als 600 Spitzenmanagern. Demnach wollen 29 Prozent der Befragten ihre Investitionen aufstocken – nur 14 Prozent planen weitere Kürzungen.

Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor gut einem Jahr war weltweit die Nachfrage nach Investitionsgütern zusammengebrochen. In Folge dessen erlebte die deutsche Industrie, die überwiegend Maschinen und Autos produziert, das schlimmste Winterhalbjahr in der Nachkriegsgeschichte. Seit dem Spätherbst 2008 hatte sich die Investitionsneigung der regelmäßig im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragten Manager massiv verschlechtert.

Nachdem der Anteil der Führungskräfte, die Investitionserhöhungen geplant hatten, seit Sommer 2004 stets größer war als die Gruppe derer, die ihre Investitionen kürzen wollten, drehte im November 2008 der Trend schlagartig. Im Frühjahr diesen Jahres klaffte die Lücke besonders weit auseinander – und die Wachstumsprognosen von Regierung und den Forschungsinstituten erreichten mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um sechs Prozent in 2009 ihren Tiefpunkt.

Nachdem die Rezession in Deutschland überraschend bereits im zweiten Quartal ihr Ende fand und sich seitdem die positiven harten Daten und Signale mehren, wird auch die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose am Freitag auf rund minus fünf Prozent in diesem und rund einem Prozent Zuwachs in 2010 nach oben revidieren, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um lediglich 4,5 Prozent im laufenden Jahr sei nur dann zu erreichen, wenn die Wirtschaftsleistung im dritten und vierten Quartal um je eineinviertel Prozent steige, sagte eine Konjunkturexperte. „Und das ist sehr unwahrscheinlich.“

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute dürften in ihrem morgen erscheinenden Herbstgutachten ebenfalls ein etwas optimistischeres Bild skizzieren, als noch vor einem halben Jahr – zuletzt hatte die Regierung sich mit ihrer Prognose stark an den Instituten orientiert.

Zudem wird es immer wahrscheinlicher, dass ein Totaleinbruch des Arbeitsmarktes ausbleibt. Diesen Trend bestätigt auch der Handelsblatt Business-Monitor. Zwar wollen mit 17 Prozent immer noch weniger Führungskräfte in den kommenden zwölf Monaten neue Mitarbeiter einstellen als mit 21 Prozent entlassen – aber die Lücke wird deutlich kleiner. Noch im September hatten mit 30 Prozent weit mehr Führungskräfte Stellenstreichungen geplant bei etwa gleich vielen anvisierten Neueinstellungen.

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