Umfrage unter 2000 Bürgern
Neue Zuversicht bei deutschen Verbrauchern

Die Konsumlaune der Deutschen hat sich im August nach mehreren trüben Monaten erstmals wieder aufgehellt. Laut GFK-Studie verbesserten sich trotz weiter gestiegener Ölpreise und Diskussionen um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer alle entsprechenden Indikatoren.

HB NÜRNBERG. Der Index für das Konsumklima im September sei auf 3,4 (August: revidiert 3,2) Punkte geklettert. Damit habe sich die Stimmung erstmals in diesem Jahr wieder gebessert. Von der Nachrichtenagentur dap-afx befragte Experten hatten im Durchschnitt einen Rückgang auf 2,7 Punkte erwartet.

Die Konsumenten beurteilten neben der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung auch die eigene finanzielle Zukunft optimistischer. Darüber hinaus habe die Anschaffungsneigung den zweiten Monat in Folge zugelegt, hieß es. Gleichwohl sei noch nicht abzusehen, ob die positive Entwicklung bereits Vorbote einer grundlegenden Trendwende sei. "Trotz der freundlichen Entwicklung im August ist die Situation nach wie vor sehr kritisch", sagte der Vorstandsvorsitzende der GFK AG , Klaus Wübbenhorst, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Zu eindeutig habe die Konsumstimmung in den vergangenen Monaten nach unten gewiesen. Für 2005 werde weiterhin nur ein leicht positiver Konsumtrend mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent erwartet.

Der Index für die Konjunkturerwartungen kletterte im Berichtszeitraum um 4,1 Punkte auf minus 11,6 Punkte. Der Indikator für die Einkommensentwicklung legte um 4,2 Punkte auf minus 10,6 Zähler zu. Die Anschaffungsneigung stieg um 8,6 Punkte auf minus 4,5 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Dezember 2001. Grund für die erhöhte Neigung, größere Anschaffungen zu tätigen, könnte die Diskussion um eine Mehrwertsteuererhöhung sein. Wegen der Erwartung von Preissteigerungen würden notwendig gewordene Anschaffungen vorgezogen, hieß es in der Studie, die auf einer Umfrage unter 2000 Bürgern beruht.

Als Gründe für die leichte Stimmungsaufhellung bei den Verbrauchern sieht Wübbenhorst das von der Bevölkerung in den vergangenen Wochen gewonnene klarere Bild über die unterschiedlichen Wahlprogramme sowie den leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit und den Kursanstieg an den Börsen. Unabhängig vom Wahlausgang sei absehbar, dass es danach Reformen geben wird. Diese Aussicht und selbst eine möglicherweise höhere Mehrwertsteuer beurteilt Wübbenhorst positiv: "Der Verbraucher weiß nun wenigstens was kommt und muss sich nicht nachher auf das sonst eher typische Vorgehen bei Wahlen einstellen, wo vorher viel versprochen wird und dann am Wahlabend schon die ersten Rückzieher gemacht werden."

Erstmals wies die GFK bei der Untersuchung des Konsumklimas das Verbraucherverhalten einzelner Bevölkerungsgruppen getrennt aus. Dabei stellte sich heraus, dass die Stimmung im Westen deutlich besser als im Osten ist. Während sich jüngere sowie wirtschaftlich besser gestellte Bürger überwiegend positiv äußerten, herrsche bei den Bürgern in einfacher Lebenslage und bei älteren nach wie vor eine ausgesprochen pessimistische Stimmung vor. Auch künftig sollen im Vierteljahresrhythmus wichtige Stimmungsindikatoren für fünf Gruppen ausgewiesen werden.

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