Umfrage unter Bundesbürgern
Globaler Wettbewerb verstärkt Bedrohungsgefühl

Trotz robuster Konjunktur und anhaltender Exporterfolge der deutschen Unternehmen verstärkt sich hier zu Lande ein Gefühl der wirtschaftlichen Bedrohung.

BERLIN. Fast drei Viertel der Deutschen erwarten, dass die Arbeitslosigkeit auch in Zukunft eines der größten Probleme bleiben wird. Zugleich sehen mehr als 70 Prozent in der Konkurrenz durch Industrieprodukte aus Asien inzwischen eine Gefahr. Das ergab eine Repräsentativumfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC), die dem Handelsblatt vorliegt.

Damit hat sich insbesondere die Angst vor der fernöstlichen Konkurrenz erheblich verstärkt, wie der Vergleich mit einer früheren Umfrage zu diesem Thema zeigt: Noch 1998 hatte weniger als die Hälfte der Deutschen den Importdruck aus Asien als bedrohlich eingestuft. Die aktuelle Erhebung basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 3 098 Personen.

Bemerkenswert sind zugleich die Einschätzungen darüber, was aus dem internationalen Wettbewerbsdruck für das Lohnniveau und die Arbeitszeiten in Deutschland folgt: Auch nach mehreren Jahren vergleichsweise moderater Tariferhöhungen glauben laut Umfrage 58 Prozent, dass längere Arbeitszeiten und Lohnverzicht notwendig sind, wenn die Deutschen „im internationalen Wettbewerb wieder nach vorn wollen“. Abweichend vom Tenor der jüngsten politischen Debatte sieht demnach eine deutliche Mehrheit das Ende der „Zumutungen“ noch nicht erreicht. Demgegenüber vertrauen 39 Prozent der Befragten darauf, dass die Deutschen auch mit dem aktuellen Lohn- und Arbeitszeitniveau im globalen Wettbewerb bestehen können.

Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung haben sich die Einschätzungen in diesem Punkt gegenüber einer Vergleichsumfrage von 2003 damit praktisch nicht verändert. Sehr wohl zeigen sich aber deutliche Verschiebungen, wenn man nur die Antworten von Gewerkschaftsmitgliedern betrachtet: Noch vor drei Jahren war selbst eine knappe Mehrheit vom 54 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder der Meinung, dass Lohnverzicht und längere Arbeitszeiten notwendig seien. Inzwischen sehen das nur noch 45 Prozent so, während 50 Prozent einen Verzicht nicht für notwendig halten.

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