Umsatz im Juni etwas höher als erwartet
Einzelhandel kommt nur langsam in Schwung

Die deutschen Einzelhändler haben im Juni mehr verkauft als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Umsätze jedoch leicht. Experten bewerten die Daten insgesamt als ein Zeichen der Stabilisierung in der Branche. Ein Aufschwung liege aber noch in weiter Ferne.

HB BERLIN. Im Vergleich zum Juni 2004 verkaufte die Branche real 1,9 und nominal 2,4 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Mai auf Juni sanken die Umsätze preisbereinigt (real) allerdings um 0,3 und nominal um 0,1 Prozent.

Im Juni wurden vor allem mehr Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren verkauft, der reale Umsatz lag hier um gut vier Prozent über dem Vorjahr. Auch der Handel mit Bekleidung und Schuhen legte um gut vier Prozent zu. Dagegen musste der Versandhandel einen realen Umsatzeinbruch um fast sechs Prozent verkraften. Im gesamten ersten Halbjahr verbuchte der Handel mit Kosmetik sowie pharmazeutischen und medizinischen Produkten mit einem Umsatzplus von gut sechs Prozent den stärksten Zuwachs.

Trotz des leichten Umsatzzuwachses im ersten Halbjahr rechnen Analysten nicht mit einem baldigen Aufschwung im Einzelhandel. „Beim privaten Verbrauch ist im Moment nicht viel drin“, sagte Matthias Rubisch von der Commerzbank. Grund seien vor allem die geringen Einkommenszuwächse und der Rekordpreis für Öl.

Bernd Weidensteiner von der DZ Bank machte zumindest erste Lichtblicke aus: „In den letzten Monaten hat sich die Lage insgesamt etwas gebessert.“ So hätten die Hersteller von Konsumgütern beständig steigende Auftragszahlen verbuchen können und auch die gestiegenen Automobil-Verkäufe machten Hoffnung. „Die Leute kaufen auch teurere Waren wieder.“

Die jüngste Verbraucher-Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte gezeigt, dass die Menschen zwar voller Sorgen in die Zukunft blicken, ihre Bereitschaft zum Kauf langlebiger Güter aber zuletzt wieder etwas zugenommen hat.

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