Umsatz steigt erstmals in diesem Jahr
Einzelhandel wartet weiter auf Trendwende

Der Umsatz des deutschen Einzelhandels ist im März erstmals in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag auf Grund vorläufiger Daten aus sechs Bundesländern mitteilte, erhöhte sich der Umsatz nominal um 0,7 Prozent und real um 1,2 Prozent. Allerdings habe der März 2004 auch einen Verkaufstag mehr gehabt als der März 2003, hieß es.

HB BERLIN. Die deutschen Einzelhändler haben im März wie erwartet weniger umgesetzt als im Februar. Obwohl sich die Geschäfte damit erstmals seit Dezember zum Vorjahr verbesserten, sprachen Branchenverbände daher lediglich von einem Zwischenhoch und warten weiter auf die Trendwende.

Die Umsätze der Einzelhändler sanken preisbereinigt (real) um 0,5 % zum Februar, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Damit stiegen die Erlöse zum Vorjahr stärker als erwartet um gut ein Prozent, was aber hauptsächlich an einem zusätzlichen Verkaufstag lag. „Der Monat hat ein bisschen Hoffnung gemacht. Den Durchbruch hat der Einzelhandel aber noch nicht geschafft“, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes HDE. Auch Volkswirte relativierten den Zuwachs und sahen allenfalls im Trend eine Stabilisierung der Umsätze.

Nach Daten der Bundesbank, die noch den Kfz-Handel und die Umsätze von Tankstellen einschließen, gingen die Einzelhandelsumsätze sogar um 3,3 % zum Vormonat und um vier Prozent zum Vorjahr zurück.

„Insgesamt kann die Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2004 den Einzelhandel nicht zufrieden stellen“, erklärte der Branchenverband BAG. In den ersten drei Monaten des Jahres setzte der Einzelhandel bisher 0,4 % weniger um als im Vorjahr. „Sorgenkind Nummer 1 bleibt der Facheinzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren“, hieß es weiter. In diesem Bereich verkauften die Einzelhändler allein im März mehr als drei Prozent weniger. Das größte Plus verbuchte der Versandhandel, der um 4,4 % zulegte. Allerdings lag er damit im ersten Quartal immer noch um gut fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Der Konsum gilt derzeit als Achillesferse der deutschen Konjunktur, weil die Verbraucher von der moderaten Erholung der Gesamtwirtschaft noch kaum etwas spüren. Auch die jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumklima (GfK) hatte bestätigt, dass die Kauflaune der Bürger noch immer gedrückt ist. Einen Aufwärtstrend erwarten neben der Branche selbst viele Volkswirte erst bei einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Im Moment basiert die Hoffnung für den Konsum und den Einzelhandel auf einer Belebung des Arbeitsmarktes“, sagte Manuela Preuschl von der Deutschen Bank. Jörg Krämer von der Fondsgesellschaft Invesco erwartet für das Gesamtjahr lediglich stagnierende Einzelhandelsumsätze.

Auch der Handelsriese Metro litt im ersten Quartal unter der Kaufzurückhaltung im Inland. Während das Unternehmen zwar konzernweit vor allem dank seines starken Auslandsgeschäftes bei Umsatz und Gewinn zulegte, verbuchten die Extra-Supermärkte einen Umsatzrückgang von mehr als fünf Prozent und die Kaufhof-Warenhäuser ein Minus von vier Prozent.

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