Umsatzminus
Einzelhandel ernüchtert

Angesichts der schleppenden Konjunkturerholung hat der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) seine Gesamtjahresprognose für den deutschen Einzelhandel gesenkt.

HB DÜSSELDORF. Statt der bislang erwarteten Umsatzsteigerung von nominal 0,5 % rechne der HDE nun mit einem Rückgang um 0,5 %, teilte der Spitzenverband des deutschen Einzelhandels am Donnerstag in Düsseldorf mit. Voraussetzung dafür sei aber, dass das Weihnachtsgeschäft deutlich besser laufe als im verheerenden Vorjahr. Im zweiten Halbjahr werde es wegen zwei zusätzlichen Verkaufstagen gerade noch für einen minimalen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr reichen. Der Rückschlag von fast 1,5 % Umsatz in den ersten sieben Monaten des Jahres sei in den restlichen Monaten nicht mehr wettzumachen, sagte HDE-Präsident Hermann Franzen.

Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung wollte der Verband keine Prognose mehr für 2005 nennen. Bislang hatte er auch für das kommende Jahr ein Umsatzplus von 0,5 % vorhergesagt. „Wegen der totalen Verunsicherung sehe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage, eine Prognose für 2005 abzugeben“, sagte Franzen. Wegen der ungewissen Belastungen und Entlastungen im nächsten Jahr hielten die Verbraucher ihr Geld zusammen. „Unsicherheit ist der schlechteste Nährboden für Konsum.“

„Die Diskussion über notwendige Einschnitte hat bei den Verbrauchern ein Dauerstimmungstief ausgelöst“, begründete Franzen die Konsumschwäche. Trotz des Vorziehens der Steuerreform seien die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer im ersten Halbjahr nur halb so stark gewachsen wie im Vorjahr erwartet. „Ich sehe dies mit gemischten Gefühlen“, räumte Franzen ein. „Als Einzelhändler bedauere ich, dass die Kaufkraft nicht wächst. Als Unternehmer freue ich mich darüber, dass es in diesem Jahr vielfach gelungen ist, Kosten zu senken und mehr Flexibilität bei den Mitarbeitern zu erreichen.“

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