Umsatzminus im August verbucht
Einzelhandel kommt nicht auf Touren

Die Schuldigen für den Umsatzeinbruch im Einzelhandel sind schon gefunden. Hitzwelle und die gleichzeitigen Schulferien in vielen Bundesländern haben den Gewerbetreibenden die Geschäfte vermasselt.

HB BERLIN. Im Vergleich zum Juli habe die Branche real 0,2 % weniger umgesetzt, teilte das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen am Mittwoch mit. Damit brachen die Umsätze zum Vorjahr um 4,9 % ein. Am stärksten litten der Versandhandel sowie Bekleidung- und Schuhgeschäfte. Nach Ansicht von Experten steht die Wende zum Besseren im Einzelhandel aber auch ohne die Sondereffekte Hitze und Ferien weiter aus. Erst wenn die Arbeitslosigkeit sinke und die Haushalte wieder mehr Geld hätten, könne es mit der Branche wieder aufwärts gehen.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hält für 2004 ein Wachstum des nominalen Umsatzes um ein Prozent für möglich, falls die dritte Stufe der Steuerreform vorgezogen wird und unter dem Strich eine spürbare Entlastung der Bürger bleibt.

Der Umsatzrückgang im August zum Vorjahr war der stärkste seit Januar 2002, als die Umstellung auf den Euro den Verbrauchern die Lust am Geldausgeben vergällt hatte. Die Aktien des Handelskonzerne Metro und Karstadt-Quelle zählten am Morgen zu den größten Verlierern unter den im Dax zusammengefassten deutschen Standardaktien.

Im August hatten zeitweise alle Bundesländer gleichzeitig Ferien, die großen Länder sogar den ganzen Monat über, worauf auch das Statistikamt hinwies. Jörg Krämer von Invesco Asset Management sagte, es seien viele Käufe im Ausland gemacht worden, die im Inland gefehlt hätten: „Diese Ferieneffekte kann das Saisonbereinigungs-Verfahren nicht bereinigen.“ Ein günstigeres Bild zeichneten Daten der Bundesbank, die anders als das Statistikamt den Einzelhandel mit Autos und Umsätze an Tankstellen einschließen. Danach stiegen die Umsätze zum Vormonat real um 1,9 %. Krämer sagte, dafür dürften vor allem die hohen Umsätze an den Tankstellen in der Ferienzeit verantwortlich sein. „Im Trend sind die Einzelhandelsumsätze aber noch immer leicht nach unten gerichtet“, sagte er. Auf Basis der Daten des Statistikamtes liege der Durchschnitt der Monate Juli und August um 1,3 % unter dem zweiten Quartal.

Seite 1:

Einzelhandel kommt nicht auf Touren

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%