Umsatzrückgang im April
Einzelhandel-Geschäft „fällt ins Wasser“

Der deutsche Einzelhandel kommt trotz der besseren Konsumstimmung noch nicht richtig in Schwung. Die Umsätze gingen im April im Vergleich zum Vorjahr zurück. Allerdings hatte der Monat auch Verkaufstage weniger als der April 2005.

HB BERLIN. Auch der deutsche Einzelhandel hadert mit dem Wetter. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, ging der Einzelhandelsumsatz im April im Vorjahresvergleich nominal um 0,4 Prozent und real 1,0 Prozent zurück. Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) erklärte, Ursache des Umsatzrückgangs seien die drei Verkaufstage weniger im April diesen Jahres und „die bis heute ungünstige Witterung“. Das Geschäft mit Textilien und mit Pflanzen in Baumärkten sei „weitgehend ins Wasser gefallen“, erklärte er.

Die Analysten der Bayern LB warnten davor, den Rückgang überzubewerten und verwiesen auf den Kalendereffekt. Dagegen habe der am Montag veröffentlichte GfK-Konsumklimaindex eine deutliche Verbesserung in der Stimmung der Verbraucher in Deutschland signalisiert.

So geht der Einzelhandel nach Worten Pellengahrs weiterhin von einem leichten Umsatzplus in diesem Jahr von 1 Prozent aus. „Es ist vor allem das Wetter, das uns bis jetzt einen Strich durch die Rechnung macht“, sagte er. „Sonst hadern wir immer mit der Politik, jetzt ist es mal das Wetter.“ Gleichwohl seien die politisch gesetzten Rahmenbedingungen nach wie vor nicht optimal.

Die Hoffnungen der Einzelhändler richten sich nun auf positive Effekte durch die bevorstehende Fußball-WM. „Ab Anfang Juni müssten wir das dann spüren“, sagte der HDE-Sprecher. Im Vergleich zum März setzte der Einzelhandel nach Angaben des Bundesamtes saison- und kalenderbereinigt nominal 3,1 Prozent und real 2,8 Prozent mehr um. Das vorläufige Ergebnis für den April 2006 wurde aus Daten von sechs Bundesländern berechnet, in denen zirka 74 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.

Im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren wurde laut Statistik im April nominal 0,5 Prozent mehr, real aber 0,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat abgesetzt. Dabei verzeichneten sowohl die Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte als auch der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln reale Umsatzeinbußen ( 0,7 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent). Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde im April 2006 sowohl nominal als auch real 1,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat umgesetzt. Die größten nominalen und realen Umsatzeinbußen hatte der Versandhandel mit 15,4 Prozent beziehungsweise 14,8 Prozent hinzunehmen.

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