Umstrittene Zusammenarbeit
EZB lässt sich von Blackrock beraten

Die Europäische Zentralbank will Verbriefungen kaufen, um die Banken der Euro-Länder anzuregen, mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben. Dabei lässt sie sich vom weltgrößten Vermögenverwalter beraten.
  • 14

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) setzt bei der Entwicklung des von ihr geplanten Kaufprogramms für Kreditverbriefungen auf die Expertise des weltgrößten Vermögenverwalters Blackrock. Das sagte ein Sprecher der Notenbank am Mittwoch in Frankfurt. EZB-Präsident Mario Draghi hatte vergangene Woche erklärt, die EZB arbeite mit Hochdruck an den Details des im Sommer in Aussicht gestellten Kaufprogramms. Blackrock Solutions, eine Sparte von Blackrock, werde die EZB bei der Gestaltung und technischen Umsetzung eines möglichen Programms beraten, die letzte Entscheidungen treffe aber die Zentralbank, sagte der Sprecher.

Die EZB hofft, dass sie über den Aufkauf von Verbriefungen die Banken in den 18 Euro-Ländern anregen kann, mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte zu vergeben und so die Wirtschaft anzukurbeln. Durch die Verbriefung von Darlehen können Banken Kreditrisiken an Investoren weitergeben und ihre Bilanzen auf diese Weise entlasten. Dadurch haben sie theoretisch mehr Mittel für weitere Darlehen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht den Plan kritisch. Kreditverbriefungen waren in der Finanzkrise 2007/08 vor allem in den USA als Brandbeschleuniger in Verruf geraten. Der Markt für solche Papiere war daraufhin mehr oder weniger zusammengebrochen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umstrittene Zusammenarbeit: EZB lässt sich von Blackrock beraten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die EU wird ausgepresst wie eine Zitrone.
    Dafür hat der "grosse Bruder" overseas ja auch seine alten Kumpanen fest im Sattel der EU sitzen.
    Draghis buddies bei Goldman und Gleichgesinnte werden es ihm danken.
    Als nächstes werden Merkel/Schäuble und von der Leier Kriegsgerät aufgeschwatzt mit der Begründung der offensichtlichen Bedrohung. Natürlich "besseres" als von Rheinmetall.
    Dann bringt man alle EU-Deppen dazu, fracking im jeweiligen Land zu betreiben, (natürlich unter Regie von big brother Konsortien)
    und wenn Europa dann ausgelutscht ist, zieht man weiter...

  • Am Ende werden auch die hohen Herren bei Blackrock und den Zentralbanken erkennen müssen dass man Geld nicht essen kann.

  • Alles was unser Super-Mario gemacht hat (und auch noch machen wird), findet unsere vollste Zustimmung. So einfach ist das. Over and out !

    Hoch lebe das vereinigte Europa. Viva Europa !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%