Unerwarteter Rückgang
US-Beschäftigung sinkt erstmals seit 2003

Die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich im August überraschend verschlechtert: Die Beschäftigung ist erstmals seit vier Jahren wieder rückläufig gewesen. Auch die Zahlen für die vergangenen Monate korrigierte das US-Arbeitsministerium teils deutlich nach unten. Experten zufolge ist damit der nächste Zinsentscheid der Notenbank Fed so gut wie entschieden. Auch die Märkte reagierten sofort.

HB WASHINGTON. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte, fiel die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 4000, während Volkswirte einen Stellenzuwachs um 120 000 erwartet hatten. Das ist der erste Netto-Verlust an Arbeitsplätzen in vier Jahren.Als Gründe werden unter anderem die Auswirkungen der US-Hypotheken- und Immobilienkrise und die Probleme auf dem US-Kreditmarkt angegeben.

Zugleich wurden die Angaben für die beiden Vormonate nach unten korrigiert. Das Ministerium revidierte den zunächst für Juli gemeldeten Stellenzuwachs um 92 000 auf ein Plus von 68 000. Auch für Juni wurde der ursprünglich gemeldete Anstieg nach unten revidiert (auf 69 000 von zuvor 126 000).

Die bei einer separaten Erhebung ermittelte Arbeitslosenquote belief sich im August allerdings unverändert auf 4,6 Prozent, was den Prognosen entsprach. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen den weiteren Angaben zufolge um 0,05 US-Dollar bzw. 0,3 Prozent auf 17,50 Dollar, was ebenfalls den Prognosen entsprach. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit verharrte im Vergleich zum Vormonat bei 33,8 Stunden.

Den Angaben zufolge verzeichnete das verarbeitende Gewerbe einen Beschäftigungsverlust von 46 000 im August, am Bau gingen weitere 22 000 Jobs verloren. Der Stellenrückgang in verarbeitenden Gewerbe war der vierzehnte in Folge. Zudem wurden im Dienstleistungssektor lediglich 60 000 neue Stellen geschaffen.

Experten sagten, eine Zinssenkung der US-Notenbank am 18. September sei nun so gut wie sicher. An den Terminmärkten - gemessen an Eurodollar-Futures - wurde kurz nach der Veröffentlichung der Beschäftigungsdaten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte in knapp zwei Wochen mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent eingepreist. Am Donnerstag war die entsprechende Wahrscheinlichkeit noch mit lediglich 36 Prozent gesehen worden.

Der Dax sackte in Reaktion auf die schlechten Daten am Nachmittag um rund 100 Punkte unter die 7500-Punkte-Marke. Die Marktteilnehmer seien sehr überrascht darüber, dass die Zahlen so dramatisch schlecht ausgefallen seien, sagte Analyst Björn Wolber von Independent Research. Seiner Einschätzung nach könnte das ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Krise am Immobilienmarkt auf die Realwirtschaft überschwappt.

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