Unerwarteter Stellenabbau
Miese US-Jobdaten fordern die Fed heraus

Der US-Arbeitsmarkt hinkt der allmählichen Konjunkturerholung weiter hinterher - entgegen den Erwartungen. Analysten werten die jüngsten Daten der privaten Arbeitsagentur ADP als Alarmsignal für die US-Notenbank, die jetzt einschreiten und für mehr Stimulus sorgen müsse.
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HB NEW YORK. Die US-Privatwirtschaft baute im September überraschend 39 000 Stellen ab, wie am Mittwoch aus einer Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP herging. Von Reuters befragte Analysten hatten hingegen mit einem Plus von 24 000 gerechnet. „Das bestätigt ein bisschen die Art von Erholung, die sich nicht am Arbeitsmarkt niederschlägt und die wir alle fürchten“, sagte Nick Kalivas, Analyst von MF Global.

Zugleich revidierten die ADP-Experten allerdings die Zahl für August kräftig nach oben: Es wurden 10 000 Arbeitsplätze geschaffen, nachdem zunächst von einem Minus in derselben Höhe die Rede war. Der ADP-Indikator gilt bei einigen Fachleuten jedoch nicht als der beste Vorläufer für die offiziellen Daten der Regierung. Sie will ihren Bericht am Freitag veröffentlichen. Analysten gehen davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten unverändert bleiben dürfte.

Auch Rudy Narvas von Societe Generale äußerte Zweifel an der grundsätzlichen Aussagestärke der ADP-Umfrage. Der Analyst geht aber davon aus, dass die offiziellen Daten nun schlechter ausfallen könnten als bisher erwartet. „Auf jeden Fall zementiert dies die Tatsache, dass die Fed einschreiten und für mehr Stimulus sorgen muss“, sagte er. Die US-Notenbank (Fed) hatte zuletzt signalisiert, der US-Wirtschaft bei Bedarf weiter unter die Arme zu greifen.

Obwohl sich die größte Volkswirtschaft langsam von der Krise erholt, schlägt dies noch nicht nennenswert auf den Arbeitsmarkt durch. US-Präsident Barack Obama hat den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zwar zu einem Hauptanliegen seiner Politik gemacht. Der Erfolg blieb bislang aber weitgehend aus, was die Popularität des Präsidenten in Umfragen gedämpft hat. Am 2. November stehen in den USA Wahlen an. Die Demokraten müssen um ihre Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus bangen.

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