Uno-Prognose
Wachstumsprognose für Lateinamerika und Karibik mehr als halbiert

Angesicht der weltweiten Wirtschaftskrise haben die Vereinten Nationen ihre Wachstumsprognose für Lateinamerika und die Karibik mehr als halbiert. Statt mit einem Wachstum von vier Prozent, rechnet die Uno-Wirtschaftskommission für die Region (Eclac) für das kommende Jahr nur noch mit 1,9 Prozent.

HB SANTIAGO DE CHILE. Auch für 2008 senkte die Uno-Organisation am Donnerstag ihre Wachstumserwartungen leicht: Hier erwarten die Uno-Experten nun einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 4,6 Prozent statt der im August prognostizierten 4,7 Prozent. Trotz der düsteren Aussichten erwartet die Kommission jedoch in keinem Land der Region eine Rezession. Ab der zweiten Hälfte des Jahres 2009 rechnen die Experten der Vereinten Nationen zudem wieder mit einer langsamen Erholung auf regionaler und globaler Ebene.

"Die Volkswirtschaften in Lateinamerika und der Karibik sind im Jahr 2008 wie ein Segelflieger geglitten, getragen vom Schwung der vorherigen Jahre", hieß es in dem Bericht der Kommission. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres dürften die Wachstumsmotoren der Region jedoch ins Stottern geraten. Der globale Konjunkturabschwung werde fallende Exportpreise und-mengen, niedrigere Überweisungen und sinkende Investitionen aus dem Ausland nach sich ziehen, gleichzeitig jedoch die Kosten für die Fremdfinanzierung in die Höhe treiben, warnte die in Santiago de Chile ansässige Uno-Behörde.

Im kommenden Jahr erwartet die Eclac vor allem in den zwei größten Volkswirtschaften der Region, Brasilien und Mexiko, einen starken Abschwung. Der Weltbank zufolge tragen die beiden Länder gemeinsam mehr als zwei Drittel zur Produktionsleistung der Region bei. Die Eclac senkte nun ihre Prognose für das BIP-Wachstum Brasiliens im kommenden Jahr auf 2,1 Prozent von bislang 4,0 Prozent. Für 2008 wird noch ein Anstieg von 5,9 Prozent erwartet. In Mexiko halten die Uno-Experten im kommenden Jahr nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent wahrscheinlich. Durch den Abwärtssog der US-Wirtschaft in die Tiefe gezogen würde das Land damit das niedrigste Wachstum der Region aufweisen. Für dieses Jahr rechnet die Kommission in Mexiko noch mit einem Anstieg von 1,8 Prozent.

Die Eclac veröffentlichte insgesamt für 20 Länder der Region Prognosen. Das stärkste Wachstum ist demnach 2009 mit fünf Prozent in Peru zu erwarten, gefolgt von Panama mit 4,5 Prozent. In Uruguay und auf Kuba rechnet die Eclac im kommenden Jahr jeweils mit einem Wachstum von vier Prozent.

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