Unsicherheiten sind aus der Welt
Köhler und Welteke für Weltwirtschaft zuversichtlich

Das Umfeld für eine Erholung der Weltwirtschaft ist nach Einschätzung von IWF-Chef Horst Köhler und Bundesbankchef Ernst Welteke gut. Zugleich warnte Köhler in Kuala Lumpur vor einer zu großen Abhängigkeit von den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt. Für Europa sieht Köhler noch keine Besserung.

Reuters KUALA LUMPUR/FRANKFURT. Welteke verwies am Mittwoch im TV-Sender Bloomberg darauf, dass einige Unsicherheiten wie die Sars-Krise und der Irak-Krieg nun vorbei seien und daher in der zweiten Jahreshälfte die Wirtschaft anziehen müsse. Köhler sagte, der IWF erwarte für das nächste Jahr ein Wachstum der Weltwirtschaft um vier Prozent. Nach einem Entwurf für den in diesem Monat erwarteten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft, der Reuters in London seit vergangener Woche vorliegt, erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für dieses Jahr unverändert ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 %. Für die weltgrößte Volkswirtschaft der USA sagt der IWF ein Wachstum von 2,4 % und für 2004 eines von 3,7 % voraus.

Köhler warnte in Kuala Lumpur vor einer zu großen Abhängigkeit der Weltwirtschaft von den USA. „In den USA gibt es vermehrte Anzeichen für eine Erholung mit einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung noch in der Pipeline“, erklärte Köhler. „Das größte Risiko für die Weltwirtschaft bleibt die starke Abhängigkeit vom Wachstum in den Vereinigten Staaten und das damit zusammenhängende große globale Ungleichgewicht in der Leistungsbilanz.“ Mittelfristig sei dieses Ungleichgewicht unhaltbar. Bei einer unkontrollierten Anpassung bestehe die Gefahr, dass das Wirtschaftswachstum gestört werde.

Der IWF-Chef sieht in Europa keine Anzeichen für eine Trendwende. Allerdings hätten sich die Geschäftsaussichten verbessert. Die Volkswirtschaften Asiens seien ein Lichtblick und würden voraussichtlich im laufenden Jahr schon sechs Prozent zulegen, sagte Köhler weiter. Für 2004 sei dann mit einem noch deutlicheren Wachstum in Asien zu rechnen.

Weltweit stützten die Finanzmärkte die Erholung der Wirtschaft, sagte Köhler weiter. Auch Welteke konstatierte, dass die Finanzierungsbedingungen derzeit außerordentlich günstig seien. Daher rechnete der Bundesbankchef, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört, für die zweite Jahreshälfte mit einer Belebung. Schließlich seien auch die geopolitischen Unsicherheiten, die im Frühjahr die Wirtschaft belastet hätten, geringer geworden. Zudem hatten die Folgen der Lungenkrankheit Sars vor allem das Geschäft in Asien belastet.

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