Unverändertes Preisniveau
Inflationsrate sinkt auf null Prozent

Der Preisdruck in Deutschland nimmt weiter ab. Im Mai sanken die Verbraucherpreise gegenüber April um 0,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb das Preisniveau unverändert - zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung.

FRANKFURT. „Ein gegenüber dem Vorjahr unverändertes Preisniveau wurde in der Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung noch nie berechnet“, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. Zuletzt sei das im früheren Bundesgebiet im Mai 1987 der Fall gewesen. Das Ergebnis basiert auf den Ergebnissen aus sechs Bundesländern. Demnach sanken die Verbraucherpreise gegenüber April um 0,1 Prozent.

Volkswirte rechnen damit, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter sinken und zwischenzeitlich unterhalb der Null-Prozent-Marke liegen wird. Im späteren Jahresverlauf dürfte sie dagegen wieder zunehmen. Denn im vergangenen Jahr waren die Energiepreise bis zum Sommer drastisch gestiegen – der Ölpreis hatte ein Rekordhoch von knapp 150 Dollar erreicht, die Jahresteuerung ein 15-Jahres-Hoch von 3,3 Prozent. Danach waren die Ölpreise gesunken, der Preisdruck hatte immer weiter nachgelassen.

Den starken Rückgang der aktuellen Inflationsrate führten die Statistiker daher „vor allem auf die in der ersten Hälfte des Jahres 2008 beobachtete deutliche Verteuerung von Mineralölprodukten“ zurück. Die damalige Verteuerung gehe nun nach und nach nicht mehr in die Berechnung ein.

Verglichen mit dem Vormonat änderten sich die Preise im Mai für Heizöl und Kraftstoffe zwar nur gering. Die Preise für Kraftstoffe erhöhten sich je nach Bundesland um 0,2 bis 3,6 Prozent, die für Heizöl um minus 0,7 bis 1,2 Prozent. Im Vergleich zu Mai 2008 lagen die Preise für Mineralölprodukte allerdings deutlich niedriger. Kraftstoffe verbilligten sich um bis zu 18,4 Prozent, Heizöl sogar um bis zu 43,9 Prozent. Dagegen waren die Preise für Gas gegenüber dem Vorjahr immer noch zwischen 0,9 und 6,2 Prozent teurer.

Die insgesamt niedrige Inflation stärkt zwar die Kaufkraft der Konsumenten. Volkswirte erwarten dennoch, dass der private Konsum in den kommenden Monaten wegen des erwarteten Anstiegs der Arbeitslosigkeit geschwächt werden dürfte. doh

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