US-Arbeitsmarkt
Auch gute Zahlen helfen nicht

Nur kurz haben gute US-Konjunkturdaten den freien Fall der Börsen gebremst. In den USA wurden im Juli mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Sorge vor der Ausweitung der EU-Schuldenkrise gewann dennoch die Oberhand.
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WashingtonUnerwartet positive Daten vom US-Arbeitsmarkt haben die Angst vor einer erneuten Rezession in den USA kurzfristig gelindert. Der Jobaufbau in den USA beschleunigte sich im Juli stärker als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft wurden insgesamt 117.000 neue Jobs geschaffen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag mit.

Hinzu kamen Aufwärtskorrekturen bei den Arbeitslosenzahlen in den beiden Vormonaten: Die Statistiker revidierten den Jobzuwachs im Juni von 18 000 auf 46 000 nach oben und im Mai von 25 000 auf 53 000. Insgesamt waren im Juli 13,9 Millionen Amerikaner ohne Stelle. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 9,2 auf 9,1 Prozent. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs zwischen 75 000 und 85 000 neuen Stellen gerechnet.

Zulegen konnten Gesundheitssektor, Einzelhandel, industrielle Fertigung und der Bergbau. Insgesamt schuf die Privatwirtschaft 154 000 neue Jobs, der Staat baute indes 37 000 Stellen ab.

Der Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, Mohamed El-Erian, bewertete die Zahlen im US-Wirtschaftssender CNBC als „relativ gut“. Es sei gut, dass die positiven Arbeitsmarktzahlen den Reigen der schlechten Nachrichten für die größte Volkswirtschaft unterbrochen hätten. Nun sei es aber wichtig, den Trend umzukehren, sagte der Experte.

„Der Arbeitsmarkt bleibt trotz einiger Zuwächse angeschlagen“, sagte Chis Rupkey, Chef-Finanzökonom der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in New York vor Veröffentlichung der Daten. „Die Firmenwelt bleibt vorsichtig, und es wird einige Jahre dauern, bevor die Arbeitslosenquote wieder das Niveau von vor der Rezession erreicht“, sagte er der Fachagentur Bloomberg. „Überall ist die Angst groß und die Risiken für eine Verlangsamung der Wirtschaft sind allgegenwärtig.“

Kommentare zu " US-Arbeitsmarkt: Auch gute Zahlen helfen nicht"

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  • Welche gute Zahlen denn? In einem Monat werden die Daten nach unten korrigiert weil es üblich ist in den medien völlig falsche Informationen zu streuen um weiteren Absturz der Börsen zu verhindern. Das hat 10-jährige Geschichte.

    Außerdem handelt es sich um Landwirtschaftsjobs - hat denn schon einer von Euch gemerkt, daß wir kurz vor der Erntezeit stehen?

    Ich frage mich schon seit langem wie weit handelsblatt schon heruntergekommen ist bei der Qualität der Berichterstattung. Mittlerweile ist das BoldZeitungsniveau!

  • Da sind die "guten" Arbeitsmarktdaten nicht sehr langwirkendend gewesen!
    Wehe wenn sich nachfolgendes Gerücht laut godmode bestätigt.........
    #
    "Marktgerücht: Angeblich wird die Ratingagentur S&P die USA nach Börsenschluss herabstufen."

  • Läuft doch schon prima! Kurz nach Eröffnung stand der dowe Jones bei plus 1,4, eine Stunde später bei minus o,1.....

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