US-Arbeitsmarkt
Jobwachstum in den USA flaut ab

Die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt hat an Fahrt verloren. Die Wirtschaft hat laut Regierung im März lediglich 120.000 neue Jobs geschaffen - deutlich weniger als zuvor von Experten erwartet.
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WashingtonEine schöne Kulisse hatte sich der Präsident da ausgesucht. Im Rosengarten des Weißen Hauses, die Frühlingssonne im Gesicht, hinter sich vereint Abgeordnete der zerstrittenen Parteien, konnte Barack Obama seinen Landsleuten wieder einmal Mut machen.

„Vielleicht ist unter Ihnen der nächste Bill Gates, Steve Jobs oder Mark Zuckerberg“, sagte Obama zu den vor sich versammelten Unternehmern. Solche Leute brauche das Land, und er, der Präsident, werde mit seinem neuen Job-Gesetz dafür sorgen, dass es künftig noch mehr davon gebe. Schließlich sei Amerika „der beste Ort der Welt“, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Das war am Donnerstag. Heute aber wurden die neuesten Arbeitsdaten bekannt gegeben, nach denen die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt an Fahrt verloren hat. Die Wirtschaft habe im März lediglich 120.000 neue Jobs geschaffen, teilte das US-Arbeitsministerium in Washington mit. Das ist deutlich weniger als von Experten erwartet und die geringste Zunahme seit fünf Monaten. Die Arbeitslosenquote fiel dennoch leicht auf 8,2 Prozent und ist damit so niedrig wie seit Januar 2009 nicht mehr. Das Jobwachstum für Februar wurde nachträglich um 13.000 Arbeitsplätze auf 240.000 nach oben korrigiert. Insgesamt sind in den USA noch immer fast 13 Millionen Menschen ohne Job.

Der trotz allem positive Trend auf dem Arbeitsmarkt ist eine gute Nachricht für Präsident Barack Obama, der sich bei den Wahlen im November um eine zweite Amtszeit bewirbt. Mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen hatten Obama und seine Demokraten im Kongress versucht, die Wirtschaft während der Finanzkrise wieder in Schwung zu bringen. Die politischen Gegner auf Seiten der Republikaner sehen hohe Staatsausgaben dagegen als Hindernis für die Privatwirtschaft und prangern die horrende Staatsverschuldung an.

Zuletzt schürten viele Amerikaner die Hoffnung, die US-Wirtschaft könne die Krise nun endgültig hinter sich gelassen haben. Ganz unberechtigt ist das nicht, und doch heißt es wieder: Ja, aber.

Denn trotz ermutigender Signale gibt es viele Einwände: Der Aufschwung geht an den meisten Amerikanern vorbei, sagen die einen. Er ist nicht nachhaltig, sagen die anderen. Und vielen geht es einfach nicht schnell genug. Noch nicht einmal die US-Notenbank Fed ist sich darüber einig, wie es wirklich um die Konjunktur steht.

Ist die US-Wirtschaft also aus dem Gröbsten heraus – „out of the woods“, wie die Amerikaner sagen? Experten rätseln vor allem über eine Sache, die den Aufschwung als so wackelig dastehen lässt: Der Arbeitsmarkt entwickelt sich besser als es das noch immer dürre Wachstum eigentlich zuließe.

Schließlich legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal „nur“ um 3 Prozent zu, für 2012 rechnet etwa das Beratungsunternehmen IHS Global Insights mit mageren 2,2 Prozent. Normal für die US-Wirtschaft sind mehr als 3 Prozent, so das Mittel der vergangenen Jahrzehnte.

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  • Deutsche Kommentare zu den USA sind allmählich eine Zumutung. Das USA bashing ist Zeitgeist einer Gesellschaft, die bis zum Hals im Mist steckt und bis zum Schluss den eigenen Balken nicht sieht. Wer hier in den USA lebt( und nicht nur an einem Ort), der kann sehen und an seinem Einkommen spüren, dass sich die Wirtschaft deutlich erholt.
    Hier will noch jeder nach vorne und ist optimistisch. Es ist Seelenmassage mit dieser Art von Menschen sprechen zu dürfen, wenn man früher das deutsche Graubrot als vermeintliche Normale akzeptieren musste.

  • Die Diagnose der wirtschaftlichen Lage in den USA ist offenbar strittig, was die Interpretation oder Bewertung derer betrifft. Aber dass die Zahlen besser sind als noch vor wenigen Quartalen ist Fakt. Dass man über die Zukunft sich uneinig ist, ist völlig normal und auch gut so.
    Allerdings Pessismus zu verbreiten hilft der Wirtschaft nicht. Denn ein relativ hoher Anteil davon ist Psychologie. Wenn alle glauben, die Zukunft wird schlechteres bringen, wird heute entsprechend (nicht) agiert. Ebenso darf man die USA nie unterschätzen, sie war schon so oft der Motor der Weltwirtschaft. Im übrigen ist dort gerade Wahlkampf und dass dann die Meinungen über die Wirtschaft (und deren Verteilung) auseinandergehen, erstaunt auch gerade nicht.

  • Amerika hat keine Chance auf einen Aufschwung. Es ist unmöglich die Konjunktur ans Laufen zu bringen, ganz zu schweigen von einem Wachstumsmotor, wenn die gesamte Liquidität in den Händen von weniger als 1% der Bevölkerung liegt. Es geht auch nicht darum, den neuen Bill Gates oder Mark Zuckerberg zu finden.
    Es geht darum, Verhältnisse zu schaffen, in denen der "neue Arbeiter oder Angestellte" in Detroit oder sonst wo, ein Leben lang für anständiges Geld arbeiten geht. Der eine Familie ernähren kann, einkaufen gehen kann, sich auch mal ein neues Auto leisten kann, einmal im Jahr Urlaub machen kann, seine Kinder auf eine Schule schicken kann etc.etc. und all das ohne sich immer weiter verschulden zu müssen, weil er ja Geld verdient.
    Und diesen "neuen Arbeiter oder Angestellten" bitte in millionenfacher Auflage, dann besteht auch die Chance für einen Aufschwung.

    Meine Wette lautet, das werden die nicht hinkriegen.

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