US-Arbeitsmarkt
Stimmung der US-Dienstleister trübt sich ein

Zwar hat sich in den USA der Beschäftigungsabbau im Privatsektor spürbar abgeschwächt. Die Talfahrt der US-Dienstleister hat sich im Juli jedoch überraschend wieder beschleunigt.
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HB WASHINGTON. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank auf 46,4 von 47,0 Zählern im Juni, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 48,0 Punkte gerechnet. Bei einem Stand von unter 50 Zählern signalisiert der Index eine schrumpfende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmacht. Der Unternehmen bauten den Angaben nach mehr Stellen ab als im Vormonat. Gleichzeitig sanken die Neuaufträge. Der Euro gab am Mittwoch nach den leicht enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA nach.

Auf Monatssicht ist die Zahl der Beschäftigten um 371 000 zurückgegangen, teilte der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) am Mittwoch in Washington mit. Dies ist der geringste Stellenabbau seit Oktober 2008.

Darüber hinaus wurden die Stellenstreichungen vom Vormonat um 10 000 niedriger als bislang ausgewiesen. Demnach lag das Minus im Juni bei 463 000 Stellen. Trotz des rückläufigen Beschäftigungsabbaus sei auch in den nächsten Monaten mit weiteren Jobverlusten zu rechnen, kommentierte ADP die neuen Zahlen.

Das US-Arbeitsministerium wird den offiziellen Arbeitsmarktbericht für Juli an diesem Freitag veröffentlichen. Die ADP-Daten gelten als Indikator für den Arbeitsmarktbericht der Regierung.

Die Industrieaufträge sind in den USA im Juni überraschend gestiegen. Die Bestellungen seien zum Vormonat um 0,4 Prozent geklettert, teilte das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatte ein Minus von 1,0 Prozent erwartet. Allerdings wurde der Vormonatswert von ursprünglich plus 1,2 auf plus 1,1 Prozent nach unten revidiert.

Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Aufträge für Transportgüter kletterten die Auftragseingänge im Juni um 2,3 Prozent. Der Vormonatswert wurde hier von plus 0,8 Prozent auf plus 0,9 Prozent revidiert.

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