US-Einkaufsmanagerindex
Unerwartet kräftige US-Industrie schürt Zins-Sorgen

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager ist im Juli unerwartet gestiegen. Die Stärke der US-Industrie schürt die Furcht vor neuen Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten.

HB NEW YORK. Der US-Einkaufsmanagerindex kletterte auf 54,7 Zähler von 53,8 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Dienstag mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 53,7 Punkte gerechnet. Ein Index-Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen an.

Nach Einschätzung des Finanzmarktes stieg mit dem Bericht die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung in der kommenden Woche auf 43 Prozent. Am Montag hatten die Zinsfutures einer Zinserhöhung lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 32 Prozent beigemessen. An der Wall Street sorgten die Inflationssorgen am Dienstag für Kursverluste.

Bei der Einkaufsmanager-Umfrage trieb besonders der Teilindex für die Preise vielen Investoren Sorgenfalten auf die Stirn, da er den kräftigsten Kostenanstieg seit neun Monaten zeigte. Der Index legte zwei Punkte auf 78,5 Zähler zu. Das ISM führte den Anstieg auf die Rohstoffe zurück: „Es gibt einen breiten Aufwärtsdruck bei den Preisen, weil die Nachfrage da ist und sich hält.“

Der Einkaufsmanagerindex reihte sich damit nahtlos ein in die Veröffentlichung der US-Kerninflation: Die Preise lagen ohne Berücksichtigung schwankungsanfälliger Energie- und Lebensmittelpreise um 2,4 Prozent über dem Vorjahr. Die Inflation in den USA ist diesem Barometer zufolge damit so hoch wie seit September 2002 nicht mehr. Der Kernindex gilt als wichtiger Inflationsindikator für die US-Notenbank Fed. Sie wird am kommenden Mittwoch entscheiden, ob sie ihren Schlüsselzins zum 18. Mal in Folge anhebt oder eine Pause einlegt.

Der Beschäftigungsindex stieg auf 50,7 von 48,7 Zählern im Juni und signalisierte damit Neueinstellungen. Bei den Neuaufträgen gab es indes einen Rückgang auf 56,1 von 57,9 Zählern. Die Neuaufträge legten damit zwar weiterhin deutlich zu, aber nicht mehr so kräftig wie im Vormonat.

Trotz ihrer jüngsten Verbesserung wächst die Industrie in den USA den Einkaufsmanager-Umfragen zufolge damit weiterhin langsamer als in Deutschland. Der deutsche RBS/BME-Einkaufsmanagerindex lag im Juli mit 58,9 Zählern nur wenig unter dem Sechs-Jahreshoch von 59,5 Punkten vom Juni, wie das britische Forschungsinstitut NTC mitteilte. Auch in der gesamten Euro-Zone lag der Index mit 57,4 Punkten kaum unter seinem jüngsten Sechsjahreshoch von 57,7 Zählern.

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