US-Finanzminister
Paulson warnt vor Folgen der Subprime-Krise

Die Immobilienkrise in den USA wird die Konjunktur und die Kapitalmärkte nach Ansicht von US-Finanzminister Henry Paulson noch einige Zeit belasten. Seine Warnung steht im Gegensatz zu den optimistischen Einschätzungen einiger Top-Banker, die bereits das baldige Ende der Finanzkrise verkünden.

tor. NEW YORK. „Der Einbruch auf dem Immobilienmarkt ist noch immer in vollem Gange, und ich betrachte ihn (den Rückgang) als das größte Risiko für unsere Wirtschaft“, sagte Paulson in Washington. Der Politiker sprach sich zugleich gegen eine direkte Staatshilfe für notleidende Kreditgeber und Hausspekulanten aus. Er reagierte damit auf Kritik an seiner Vermittler-Rolle bei der Gründung eines Rettungsfonds für Zweckgesellschaften großer Banken. Paulson kündigte an, die Bilanzregeln für diese sogenannten strukturierten Investmentvehikel (SIVs) zu überprüfen.

Die Warnung von Paulson steht im Gegensatz zu den optimistischen Einschätzungen einiger Top-Banker, die bereits das baldige Ende der Finanzkrise verkündet hatten. Anfang der Woche hatte bereits US-Notenbank-Chef Ben Bernanke prophezeit, dass die Immobilienkrise die amerikanische Wirtschaft bis ins nächste Jahr hinein bremsen werde. Er warnte zudem vor weiteren Rückschlägen auf den Kreditmärkten.

Paulson forderte von Regierung und Finanzindustrie ein aggressives Vorgehen, um die Folgen der Immobilienkrise zu mildern. Die zersplitterte Finanzaufsicht in den USA müsse gestrafft werden, sagte er. Außerdem sollten für Hypothekendarlehen künftig klare Standards gelten. Über ein landesweites Kontrollsystem für Baufinanzierer müsse man nachdenken. Mit Blick auf die Kreditmärkte sprach sich der frühere Chef von Goldman Sachs dafür aus, die Transparenz bei der Bonitätsprüfung zu erhöhen und Interessenkonflikte bei Ratingagenturen unter die Lupe zu nehmen.

Bei der Kontrolle von Hedge-Fonds sieht er keinen Handlungsbedarf. Die Fonds hätten in der Finanzkrise keine systemischen Risiken erzeugt. Im Gegenteil: Paulson bezeichnete es als „Ironie“, dass die Probleme bei regulierten Institutionen wie Banken entstanden seien.

Der Finanzminister verteidigte den neuen Rettungsfonds für die Zweckgesellschaften der Banken. „Es handelt sich hier um eine 100-prozentige Marktlösung“, sagte Paulson. Kritiker wie William Niskanen vom Cato-Institut sehen in der Mithilfe des Finanzministers dagegen einen Verstoß gegen die wirtschaftsliberalen Grundsätze der Bush-Regierung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%