US-Geldpolitik
Fed verspricht Wirtschaft Nullzinsen bis Mitte 2013

Die US-Notenbank reagiert auf die Börsenturbulenzen mit einer Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik. Mit Zinsen nahe Null soll die Wirtschaft des Landes gestützt werden. Fed-Chef Bernanke hat aber noch mehr im Köcher.
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Washington/FrankfurtDie US-Notenbank will angesichts der Gefahr eines Rückfalls der USA in eine neue Rezession und der Turbulenzen an den Börsen noch für mindestens zwei Jahre den Fuß auf dem Gaspedal lassen. Der Leitzins werde noch bis „mindestens Mitte 2013 extrem niedrig bleiben“, teilte die Federal Reserve am Dienstagabend nach einer Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit. Grund ist die miserable Lage in der weltgrößten Volkswirtschaft. So sei die Erholung der Wirtschaft „deutlich schwächer als erwartet“ verlaufen und die Lage am Arbeitsmarkt habe sich sogar noch verschlechtert, heiß es im Begleitkommentar zum Zinsbeschluss.

Fed-Chef Ben Bernanke ließ offen, ob und gegebenenfalls wann er mit einem neuen Anleihekaufprogramm weitere Milliarden in die Wirtschaft pumpen könnte. Das von den Investoren erhoffte dritte Ankaufprogramm, im Fachjargon QE3 genannt, wird es also zwar zunächst nicht geben. Die Fed kündigte aber an, ihre inzwischen mit US-Anleihen aufgeblähte Bilanz konstant zu halten - also fällig werdende Anleihen zu ersetzen. Der Leitzins bleibt bei 0 bis 0,25 Prozent. Drei der regionalen Fed-Gouverneure stimmten gegen die Entscheidung - so stark war die Opposition gegen Bernanke in der Notenbank noch nie in dessen Amtszeit.

Die Finanzmärkten reagierten enttäuscht, aber gefasst. Der Dollar gab zu dem Euro und anderen wichtigen Währungen zwar deutlich nach. An der New Yorker Wall Street kam es nicht zu den befürchteten Massenverkäufen, die Kurse pendelten im Verlauf mit zum Teil deutlichen Ausschlägen um den Vortagesschluss. Gold, in Krisenzeiten bei vielen als sichere Anlage gefragt, verteuerte sich hingegen deutlich. Händler machten dafür vor allem das düstere Konjunkturbild verantwortlich, das Bernanke gemalt habe.

Analysten hingegen äußerten Verständnis für das vorsichtige Vorgehen der Fed: „Sie haben quasi in Stein gemeißelt, dass sie auch weiterhin das tun, was sie schon jetzt tun. Damit nehmen sie die Unsicherheit aus dem Markt“, sagte Steve Blitz vom New Yorker Investmenthaus ITG. Alberto Bernal von Bulltick Capital Marktes sagte: „Das erzeugt Sicherheit. Die Zinsen bleiben wo sie sind.“

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Kommentare zu " US-Geldpolitik: Fed verspricht Wirtschaft Nullzinsen bis Mitte 2013"

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  • Tja, bei 0 % Zinsen gründen wir doch alle eine Bank. Nehmen bei der FED Unsummen auf, die wir sofort danach notleidend werden lassen.

    Ergo: Wir sind saniert.

    Die FED verkauft danach der EZB als Bad- Bank unsere "uneinbringlichen Forderungen"....

    Die Steuerzahler werden es auch in einer Hyperinflation schon richten.

  • Hm, kann sein dass es morgens/vormittags steil nach oben geht, nachmittags dann wieder etwas zurück nach süden. Ich tippe mal auf ein Tagesplus von 1,2% morgen.

    Mal sehen was Tokio so macht. Jetzt aber erstmal ab in die Heia.

  • rechnerisch ist dax-taxe momentan bei 6045. fdax-cls. "nur" 6020,00.

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