US-Handelsdefizit steigt
Überraschende Konjunkturdaten

Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im März höher ausgefallen als von Volkswirten erwartet. Die Experten lagen auch mit ihren Schätzung zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe und den Einfuhrpreise daneben.

WASHINGTON. Das Handelsbilanzdefizit der USA hat im März nach vorläufigen Berechnungen 63,89 Milliarden Dollar betragen und ist damit höher ausgefallen als erwartet. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Konsens ihrer Prognosen mit einem Passivsaldo von 60,00 Milliarden Dollar gerechnet. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag berichtete, betrug das Defizit im Vormonat 57,89 Milliarden Dollar, nachdem vorläufig ein Minus von 58,44 Milliarden Dollar genannt worden war.

Höhere Ölpreise konnten im März nicht verhindern, dass die Ölnachfrage in den USA sprunghaft zunahm: Insgesamt importierte das Land Rohöl im Wert von 17,19 Milliarden Dollar, die höchste Summe in fünf Monaten. Im Februar hatten sich die Kosten für Ölimporte auf 12,82 Milliarden Dollar belaufen. Die gesamten Exporte des Landes wiesen den Angaben zufolge im März einen Anstieg um 1,8 Prozent auf 126,23 Milliarden Dollar auf, während die gesamten Importe um 4,5 Prozent auf 190,13 zulegten.

Die Anzahl der Erstanträge auf Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Woche zum 5. Mai saisonbereinigt um 9 000 auf 297 000 gefallen. Die Zahl der Erstanträge fiel bereits die vierte Woche in Folge und erreichte das niedrigste Niveau seit dem 13. Januar. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 10 000 erwartet. Für die Vorwoche wurden die Daten auf minus 19 000 auf 306 000 (vorläufig: minus 21 000 auf 305 000) revidiert. Den Wert für den gleitenden Vierwochendurchschnitt gab das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit 317 250 (Vorwoche bestätigt: 328 750) an. In der Woche zum 28. April erhielten 2,555 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung, eine Zunahme gegenüber der Vorwoche um 65 000.

Die US-Importpreise sind im April im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Prozent gestiegen nach einem revidierten Plus von 1,5 Prozent im März. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen waren im Konsens von einem Anstieg um 0,9 Prozent ausgegangen. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag weiter mitteilte, erhöhten sich die Einfuhrpreise unter Herausrechnung von Energieträgern um 0,2 Prozent. Für die Erdölpreise wurde verglichen mit dem Vormonat ein Plus von 6,5 Prozent gemeldet. Auf Jahressicht lagen die Importpreise um 1,9 Prozent höher. Die Exportpreise verzeichneten den weiteren Angaben zufolge im April einen Anstieg um 0,3 Prozent, nachdem sie sich im März um 0,6 Prozent erhöht hatten. Auf Jahressicht wurde ein Plus von 4,9 Prozent verzeichnet.

»  Wie die Märkte auf die Daten reagieren

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