US-Hypothekenkrise
IWF warnt Investoren vor Sorglosigkeit

Trotz günstiger Aussichten für die Weltkonjunktur warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor gestiegenen Risiken an den Finanz- und Kapitalmärkten. Grund: Die Lage für riskante Hypothekenkredite am US-Markt verschlechterte sich stärker als erwartet. Und noch etwas bedroht dem Fonds zufolge die Stabilität.

HB WASHINGTON. Die rasant wachsende Zahl von Amerikanern, die ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen können, könnte nach Einschätzung des IWF zum Risiko für die internationale Finanzmarktstabilität werden. Die Zahlungsausfälle bei Krediten mit hohem Risiko seien höher als zunächst angenommen, erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Dienstag.

Zudem beachteten Investoren Abwärtsrisiken zu wenig. Hinzu kämen große Kapitalzuflüsse in Schwellenländer. Für sich allein genommen seien diese Faktoren keine Bedrohung für die Stabilität des Finanzmarktes. Sollte sich aber die Situation in einem der Bereiche verschlechtern, könne dies zu einer Neubewertung der anderen Risiken führen.

Der IWF warnte, dass die Abkühlung des US-Immobilienmarktes auch andere Sparten des Kreditgewerbes in Mitleidenschaft ziehen könnte: etwa Kreditkarten oder Auto-Kredite. Der IWF forderte die Behörden deshalb dazu auf, das Risiko einer Ausweitung der Probleme zu untersuchen und die Standards für die Vergabe von Hypotheken aufrecht zu erhalten. Als weiteres Risiko identifizierte der IWF die jüngste Welle von Firmenübernahmen und Fusionen. Dies sei ein Anzeichen für eine Schwächung der Kreditdisziplin, da Investoren immer höhere Preise zahlen und dafür immer höhere Kredite aufnehmen würden.

IWF und Weltbank kommen an diesem Wochenende in Washington zur Frühjahrstagung zusammen. Davor treffen sich Vertreter der sieben führenden Industrieländer (G7).

Die Wachstumschancen der deutschen Wirtschaft 2007 und 2008 beurteilt der IWF in seinem neuen Ausblick auf die Weltwirtschaftsentwicklung eher verhalten. Im vergangenen Jahr sei Deutschland aber die „Hauptlokomotive in der Euro-Zone“ gewesen. Für 2007 rechnet der IWF mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,8 Prozent und 2008 um 1,9 Prozent. Diese, in Medien bereits genannten Zahlen bestätigten Regierungskreise in Berlin. Der IWF, der seine Prognose für die Weltwirtschaft an diesem Mittwoch offiziell vorlegt, ist damit pessimistischer als deutsche Konjunkturforscher.

Das Staatsdefizit veranschlagt der IWF 2007 und 2008 mit jeweils 1,3 Prozent des BIP. Die Arbeitslosenquote wird nach seiner Ansicht auf 7,8 Prozent in diesem und auf 7,6 Prozent im nächsten Jahr sinken.

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