US-Hypothekenkrise und Euro-Höhenflug belasten
Weiteres Institut senkt Konjunkturprognose

Als Folge der US-Hypothekenkrise und des Höhenfluges der europäischen Gemeinschaftswährung Euro rechnen immer mehr Konjunkturexperten mit einem Abflauen des Aufschwungs in Deutschland.

HB BERLIN. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) befürchtet einen Anstieg der Arbeitslosenzahl Anfang nächsten Jahres auf etwas mehr als vier Millionen. Industriepräsident Jürgen Thumann zeigte sich besorgt über den schwachen Dollar. „Wenn der Kurs über 1,40 Dollar je Euro steigt, wird es für unsere Exportwirtschaft kritisch“, sagte er der Wirtschaftswoche.

Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut wird seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr senken. „Statt bisher mit 2,8 Prozent rechnen wir 2007 nur noch mit rund 2,5 Prozent Wachstum“, sagte Präsident Thomas Straubhaar dem „Hamburger Abendblatt“ (Samstagausgabe). 2008 sei mit einem Konjunkturplus unterhalb von 2,5 Prozent zu rechnen. Das HWWI ist nach dem Kieler Institut für Weltwirtschaft die zweite Forschungseinrichtung, die ihre Konjunkturprognose reduziert hat. Das IfW geht für 2007 von 2,7 Prozent aus (bisher: 3,2).

Eine weitere Hiobsbotschaft wird am Dienstag erwartet, wenn das neue Ifo-Konjunkturbarometer veröffentlicht wird. „Die Märkte feiern derzeit einen Konjunkturoptimismus, der wahrscheinlich am Dienstag mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex einen kräftigen Dämpfer erhalten wird“, sagte Commerzbank-Konjunkturexperte Christoph Weil voraus.

Die Institute IfW und HWWI sind trotz reduzierter Prognosen aber immer noch optimistischer als die Bundesregierung, die offiziell von 2,3 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgeht. Allerdings hatte sie den Wert bewusst zurückhaltend angesetzt, um im Falle eines unerwarteten Konjunkturknicks nicht - beispielsweise beim Haushalt - nachsteuern zu müssen. Wirtschaftsminister Michael Glos hatte die US-Hypothekenkrise sowie den hohen Ölpreis und den Euro-Kurs als Konjunkturrisiken benannt. Für 2008 rechnet das IfW mit plus 2,4 Prozent (bisher: 2,7).

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