US-Hypothekenmarktkrise
Japaner schießen Milliarden zu

Die Auswirkungen der US-Hypothekenmarktkrise haben am Freitag auch die japanische Notenbank BOJ dazu veranlasst, den Geldmarkt mit zusätzlichen Milliarden zu versorgen. Damit tat es die BOJ der EZB gleich, die bereits am Donnerstag zusätzliche Mittel in den Geldkreislauf gepumpt hatte. Zuvor hatte ein weiterer Zwischenfall die Aktienkurse in Tokio stark belastet.

HB TOKIO. Die Bank of Japan pumpte eine Billion Yen (umgerechnet 6,18 Mrd. Euro) in den Geldkreislauf. „Der Schritt war eine Reaktion auf die Bedingungen am Markt“, sagte ein BOJ-Vertreter. Im Zuge der Hypothekenmarktkrise in den USA waren am Freitagvormittag die Aktienkurse in Tokio zurückgegangen. Zugleich setzte eine Flucht in Staatsanleihen ein, die in Zeiten der Krise als sicherer Hafen gelten.

Sowohl in den USA als auch in der Euro-Zone waren die Tagesgeldsätze am Donnerstag kräftig angestiegen, da zahlreiche Banken ihre Geldbestände horteten, um im Falle einer Ausweitung der Krise über genügend flüssige Mittel zu verfügen. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte mit einem Schnelltender und stellte 94,841 Mrd. Euro zusätzliche Mittel für den Geldkreislauf zur Verfügung.

Der Auslöser für die jüngsten Turbulenzen kam aus Frankreich: Am Morgen hatte die französische Großbank BNP Paribas in Folge der US-Hypothekenkrise die Berechnung des Werts von drei Fonds über 1,6 Mrd. Euro ausgesetzt und diese damit faktisch eingefroren. Auch die deutsche Privatbank Sal. Oppenheim sah sich gezwungen, einen Fonds mit einem Volumen von 750 Mill. Euro vorerst zu schließen.

Am Freitagvormittag gab die Börse in Tokio nach starken Kursverlusten an der New Yorker Wall Street stark nach. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor bis zur Handelsmitte 448,64 Punkte oder 2,61, Prozent auf den Zwischenstand von 16,721,96 Punkten. Der breit gefasste TOPIX sank um 48,94 Punkte oder 2,91 Prozent auf 1634,87 Zähler.

Der Dollar notierte im frühen Geschäft leichter bei 117,90-95 Yen nach 119,03-06 Yen am Donnerstag. Der Euro wurde ebenfalls leichter gehandelt mit 1,3663-68 Dollar nach 1,3772-75 Dollar am Vortag. Zum Yen lag er bei 161,13-18 nach 163,96-164,00 Yen am Vortag.

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