US-Immobilienmarkt
Ein Silberstreif inmitten der Krise

Banken verdienen wieder Rekordsummen und die Verbraucher geben mehr Geld aus. Ausgerechnet der Immobilienmarkt deutet in den USA auf eine konjunkturelle Erholung hin.
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New YorkMitten in der schwächsten Konjunkturerholung von einer Krise seit Menschengedenken macht sich in den USA jetzt Hoffnung breit. Ausgerechnet der Immobilienmarkt, dessen Kollaps die Finanzkrise und die Rezession 2008/2009 auslöste, zeigt nun immer deutlichere Signale der Erholung. Um 20 Prozent sind die Preise für Wohnhäuser in diesem Jahr in einigen Städten gestiegen.

Gleichzeitig verknappte sich das Angebot an Häusern zuletzt um über sechs Prozent und liegt nun auf dem niedrigsten Stand sei April 2006. Die Volkswirte von Goldman Sachs rechnen daher mit einer Fortsetzung des Preisanstiegs zumindest für weitere zwölf bis 24 Monate.

Die Gründe: Die von der Notenbank niedrig gehaltenen Zinsen stimulieren nun einen Nachholbedarf bei Kaufwilligen, die in den vergangenen Jahren wegen der Krise untätig geblieben waren. Dies zeigt sich eindrucksvoll an den Verkaufszahlen von bestehenden Eigenheimen, die im August auf den höchsten Stand seit 27 Monaten stiegen.

Gleichzeitig führt das sich verknappende Angebot zu steigenden Preisen. „Dies lässt annehmen, dass die Preise in naher Zukunft um ein bis zwei Prozent im Jahr steigen werden“, so Goldman-Volkswirt Marty Young. Nur auf den ersten Blick wirken Steigerungsraten von bis zu zwei Prozent angesichts des Einbruchs der Preise in der Krise von rund 40 Prozent wie eine Petitesse.

Denn die US-Notenbank Fed hat errechnet, dass ein Anstieg der Häuserwerte um zwei Prozent den amerikanischen Verbraucher um 400 Milliarden Dollar wohlhabender macht. „Damit sind die Grundlagen gelegt für einen Anstieg des Konsums in den USA“, meint Harm Bandholz, US-Volkswirt bei Unicredit in New York. Er rechnet damit, dass allein eine Stabilisierung der Preise für ein halbes Prozent zusätzliches Wachstum sorgen könnte.

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