US-Konjunktur
Amerikas Arbeitslosigkeit frisst sich fest

Die schlechten Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt reißen nicht ab: Die Wirtschaft hat im Juni weniger Jobs geschaffen als gedacht. Für Präsident Obama sind die Zahlen ein Desaster, für seinen Herausforderer eine Chance.
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WashingtonAllmählich ist es schon ein trauriges Ritual. Im Mai und April hatten Experten ohnehin nur wenig erbauliche Daten vom US-Arbeitsmarkt erwartet – und wurden dann jeweils von der offiziellen Statistik noch unterboten. So auch im Juni: Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag mitteilte, ist die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Monat nur um 80.000 gewachsen. Experten hatten im Schnitt mit einem Plus von mindestens 90.000 gerechnet, Goldman Sachs sogar mit 125.000. Stattdessen hat es Amerika nun mit dem dritten schwachen Jobwachstum in Folge zu tun. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 8,2 Prozent festgefroren.

Es ist ein weiteres Zeichen dafür, wie stark sich die US-Konjunktur weiter eintrübt. Die Wirtschaft hat sich noch immer nicht von der Rezession erholt, dazu drücken Risiken aus der Eurokrise, eine schwächelnde Weltkonjuntur und mögliche Steuererhöhungen in den USA auf die Stimmung. 

„Die Firmen fragen sich in dieser Situation natürlich, ob sie gerade jetzt mehr Personal rekrutieren sollen“, sagte der Ökonom Sam Bullard von Wells Fargo. Hatten die Unternehmen zwischen Januar und März im Schnitt 226.000 neue Stellen pro Monat geschaffen, waren es  im zweiten Quartal gerade einmal 75.000. Nach Meinung von Experten war es das schwächste Quartal für den Arbeitsmarkt seit dem Jahr 2010.

An den Märkten kamen die neuen Zahlen entsprechend schlecht an: Dow Jones und S&P 500 fielen nach Eröffnung ab. „Es ist ein enttäuschender Report“, sagte Mark Luschini von der Investmentfirma Janney Montgomery Scott dem Finanznachrichtendienst Bloomberg.

Die hohe Arbeitslosigkeit ist Gift vor allem für den wichtigen Konsum, der rund 70 Prozent zur US-Wirtschaftsleistung beiträgt: Wer keinen Job hat oder fürchten muss, arbeitslos zu werden, hält sein Geld zusammen. Entsprechend sind die privaten Ausgaben und das Konsumentenvertrauen zuletzt zurückgegangen.

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  • völlig richtig

    der dumme Parasit tötet den Wirt ...scheinbar

    Oder: Nachdem Ende des Kapitalismus als effektive Selbstversklavung wird man wieder altmodisch und wendet direktere Methoden an

    http://www.youtube.com/watch?v=jvNBVEOrCBQ&feature=related

    NOTSTANDSGESETZE
    EUROGENDFOR
    ÜBERWACHUNG
    HPM-Waffen
    Ultraschallwaffen
    ...
    ...
    ...

  • 8,2% ... na klar ..

    «New York Times»: Echte US-Arbeitslosenquote bei 17,5 Prozent

    Die Arbeitslosigkeit in den USA hat nach einem Bericht der «New York Times» inzwischen das Niveau der grossen Depression der 1930er-Jahre erreicht: Die «echte» Arbeitslosenquote liegt einem Bericht der Zeitung zufolge bei inzwischen 17,5 Prozent.

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2009/11/07/International/New-York-Times-Echte-US-Arbeitslosenquote-bei-17-5-Prozent

    und das war 2009

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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