US-Konjunktur
Amerikas Verbraucher verzagen

Die Krise zermürbt offenbar auch hartgesottene Optimisten wie die Amerikaner: Die Zuversicht der amerikanischen Verbraucher ist im Juli den zweiten Monat in Folge gesunken. Die Talfahrt der Häuserpreise scheint dagegen gestoppt.

HB WASHINGTON. Der entsprechende Index fiel von 49,3 im Vormonat auf jetzt 46,6, teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Dienstag in New York mit. Die Eintrübung der Stimmung gehe vor allem auf die schwierige Lage am Arbeitsmarkt zurück. Die Arbeitslosenquote war im Juni auf 9,5 Prozent gestiegen, der höchste Wert seit 26 Jahren. Experten gehen davon aus, dass die 10-Prozent-Marke bis zum Jahresende fallen wird.

Fast die Hälfte aller Befragten hält es für schwierig, derzeit einen Arbeitsplatz zu bekommen. Im Vormonat waren nur knapp 45 Prozent dieser Meinung gewesen. Nur 3,6 Prozent sagten, das Stellenangebot sei reichlich. Diese Prozentzahl war zuletzt im Februar 1983 unterboten worden.

"Alles in allem sind die Konsumenten bei ihrem kurzfristigen Ausblick recht pessimistisch", heißt es in der Studie des Conference Boards, das jeden Monat für den Index 5000 Haushalte befragt. Wenig zuversichtlich seien die Verbraucher auch mit Blick auf ihre Einkommensentwicklung. "Das ist kein gutes Zeichen für die Kaufbereitschaft in den nächsten Monaten", meinte eine Verbraucherforscherin.

Nach zwei kräftigen Sprüngen war der Index im Mai auf 54,8 Punkte gestiegen und ist seitdem auf Talfahrt. Im Februar war die Verbraucherstimmung als Folge der schwersten Wirtschaft- und Finanzkrise seit Jahrzehnten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung 1967 gefallen.

Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Die Häuserpreise sind in den USA in den 20 größten Ballungsgebieten im Mai erstmals seit Sommer 2006 gestiegen. Zum Vormonat sei der entsprechende Index um 0,5 Prozent gestiegen, teilte das private Institut S&P/Case-Shiller am Dienstag in Washington mit. Im Vormonat waren die Häuserpreise noch um 0,6 Prozent gefallen. Die Talfahrt der Häuserpreise ist damit zunächst gestoppt. Ihren Höhepunkt hatten die Häuserpreise Mitte 2006 erreicht.

Die Häuserpreise liegen damit aber immer noch 17,1 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Volkswirte hatten zuvor mit einem Rückgang um 17,9 Prozent gerechnet. Der Preisrückgang im Jahresvergleich war der 24. in Folge.

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