US-Konjunktur
Arbeitsmarkt bremst Wirtschaft und Wall Street

Allen Erwartungen zum Trotz haben so viele Amerikaner Arbeitslosengeld beantragt wie seit acht Monaten nicht mehr. Das bremst die US-Wirtschaft - und sorgt für schlechte Stimmung an der Wall Street.
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Washington/New YorkDer Arbeitsmarkt bleibt der größte Bremsklotz für eine Erholung der US-Wirtschaft. In der vergangenen Woche beantragten so viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe wie seit acht Monaten nicht mehr. Der kräftige Anstieg der Erstanträge war eine große Überraschung für Konjunkturexperten, die von einem Rückgang ausgegangen waren. "Die Märkte und die US-Notenbank waren einfach zu optimistisch", sagte Volkswirt Bob Andres von Merion Wealth Partners. "Wir stürzen nicht gerade eine Klippe herunter, aber der Weg zu einer wirklichen Erholung und zu Vollbeschäftigung ist noch weit."

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wuchs nach Regierungsangaben vom Donnerstag in der vorigen Woche um 43.000 auf 474.000. Analysten hatten dagegen im Schnitt auf einen Rückgang auf 410.000 getippt. Zuletzt hatten Mitte August 2010 so viele Menschen die Unterstützung beantragt. Konjunkturexperten warteten bereits mit Spannung auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht werden sollte. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass die Arbeitslosenrate im April bei 8,8 Prozent verharrte.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer für den Arbeitsmarkt lieferten allerdings gleichzeitig neue Daten zur Produktivität in der US-Wirtschaft, die im ersten Vierteljahr nur noch gut halb so schnell zulegte wie am Jahresende. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass viele Unternehmen bald wieder Personal einstellen müssen, weil sie ihre Produktion nicht mehr anders steigern können. Die Produktivität der US-Unternehmen kletterte auf das Jahr hochgerechnet um 1,6 Prozent nach plus 2,9 Prozent im Vorquartal.

Die schlechten Zahlen auf dem US-Arbeitsmarkt haben auch den Investoren an der Wall Street die Laune verdorben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag im frühen Handel im Minus, der breitere S&P-500 trat auf der Stelle. Nur der Technologie-Index Nasdaq verzeichnete leichte Gewinne.

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Die schlechten Zahlen sind schon der zweite Dämpfer in dieser Woche

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