US-Konjunktur
Der US-Arbeitsmarkt erholt sich nicht

Immer mehr US-Bürger stellen einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe - mehr als von Analysten erwartet. Die Folge: Die wirtschaftliche Stimmung sinkt. Das verstärkt den Druck auf Präsident Barack Obama.
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WashingtonDie Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich erneut eingetrübt. In der vergangenen Woche stellten deutlich mehr Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe als zuvor. Die Zahl stieg binnen Wochenfrist um 34.000 auf 386.000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem leichten Anstieg auf 365.000 gerechnet. "Der Arbeitsmarkt erholt sich einfach nicht", sagte David Carter von Lenox Wealth Advisors. Auch die Beschäftigung werde sich vorläufig nicht spürbar bessern.

Der US-Arbeitsmarkt sorgt seit einigen Monaten für eher enttäuschende Nachrichten und setzt US-Präsident Barack Obama damit unter Druck. Im November muss er sich bei der Wahl gegen Herausforderer Mitt Romney behaupten. Die schwache Konjunktur und die hohe Arbeitslosigkeit gehören zu den wichtigsten Wahlkampfthemen.

Auch die wirtschaftliche Stimmung ist im Juni stärker als erwartet eingebrochen. Ein bedeutender Sammelindex für Frühindikatoren fiel um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in New York mit. Experten hatten lediglich einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Im Mai sei der Index noch um revidierte 0,4 Prozent (ursprünglich: 0,3) angestiegen. Der Index setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen. Dazu gehören unter anderem Neuaufträge in der Industrie, Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie das Verbrauchervertrauen und Baugenehmigungen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Westen + Japan = die alten Industrieländer haben ihre Zeit gesehen. Der Abstieg wird langsam sein wegen der immensen Substanzwerte (= stille Reserven), aber unaufhaltsam.
    Man kann sich darüber unterhalten, in welcher Reihenfolge der Abgang erfolgen wird.
    Daß man nicht mißverstehe, das soll nicht totalen Verfall bedeuten, aber über kurz oder lang werden wir uns in Europa auf dem gegenwärtigen Lebensstandard z.B. der Slowakei wiederfinden. Unsere Kinder werden es uns danken.

  • So sieht es in Europa auch bald aus!

    Europa verschuldet sich zu Tode. Das ist für viele Parlamentarier erst mal einfacher als sich den Urlaub versauen zu lassen und Überlegungen anzustellen, wie man sich schnellstens und kostengünstigst vom EURO verabschieden könnte.
    Diese Entscheidung war letztlich eine Entscheidung gegen Europa, denn durch Anhäufung immer größerer Schuldenmassen ohne entsprechende Aussichten auf wachsende Wirtschaftkraft, welche auch nur die Zinsen der Schulden zukünftig erarbeiten könnte gibt es keine Aussicht auf Überleben. Es geht doch jetzt schon dahin, daß die anfallenden Zinsen für ausgegebene Anleihen nur durch Schuldenaufstockung bedient werden können. Da aber die Entscheidung hin zum weiteren Schuldenausbau auch durch das deutsche Parlament heute beschlossen wurde, wird es zum Zusammenbruch kommen. Refinanzierung heißt das Zauberwort der Zeit, nicht Haushalten mit zur Verfügung stehenden Mitteln und Abbau von Schulden. Diese Handlungsweise ist und bleibt ein Betrug am Volk, denn es verbaut sämtliche stabilen Zukunftsaussichten.

  • Es gibt Berechnungen, die gehen für die USA vo über 20% Arbeitslosigkeit aus, aber natürlich tricksen auch dort die Statistiker soweit sie von der Regierung bezahlt werden.

    Das letzte Absinken von offiziell knapp unter 10% auf jetzt 8,2 % soll dadurch entstanden sein, daß es so etwas wie ein
    "Disability"

    Programm geschaffen wurde, in das die Leute gehen. Dort gibt es nach dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes mehr Geld als in den anderen Hilfsprogrammen. Und einmal anerkannt, braucht man sich auch nicht mehr um Arbeit bemühen.

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