US-Konjunktur
Industrie verliert deutlich an Schwung

Die gute Laune ist dahin: Das Barometer für die US-Industrie ist im Januar deutlichen gesunken. Vor allem die Zahl der Neuaufträge sank. Die Börse reagierte mit Kursverlusten. Auch der Dollar gab zum Euro nach.
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New YorkDie US-Industrie hat überraschend deutlich an Fahrt verloren und damit Zweifel an der Stärke des Aufschwungs genährt. Das Barometer für den Wirtschaftszweig sank im Januar auf 51,3 von 56,5 Punkten im Dezember, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem leichten Dämpfer gerechnet.

Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum. Besonders stark sackte das Barometer für die Neuaufträge ab - auf 51,2 Zähler von 64,4 Punkten im Dezember. Dies ist der größte monatliche Rückgang seit mehr als drei Jahrzehnten. An der Wall Street sorgten die enttäuschenden Daten für Kursverluste. Auch der Dollar gab zum Euro nach.

„Die Entwicklung in der Industrie dürfte stark von der ungewöhnlich kalten Witterung zu Jahresbeginn getrieben sein“, sagte BayernLB-Ökonomin Christiane von Berg. Eine arktische Kältewelle hatte weite Teile der USA zur Jahreswende fest im Griff und lähmte das öffentliche Leben. „Da das ungemütliche Wintertreiben noch kein Ende gefunden hat, dürften die Verzerrungen auch noch gewisse Zeit anhalten“, prophezeit VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel.

Diese Aussichten könnten nach Ansicht der Volkswirte der Berenberg Bank neue Spekulationen auslösen, dass die US-Notenbank beim Straffen ihrer Geldpolitik bald pausieren wird. Sie hatte erst kürzlich ihre monatlichen Wertpapierkäufe um zehn auf 65 Milliarden Dollar gedrosselt und damit auf die aufgehellte Lage am Arbeitsmarkt und die verbesserte Konjunktur reagiert. Trotz Kältewelle und Haushaltsstreit war die US-Wirtschaft zum Jahresende 2013 kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Oktober bis Dezember mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sowohl die FED als die Finanzpresse haben eigentlich genug Ökonomen und Statistiker um zu wissen das die Wirtschaftserholung in den USA das statistische Artefakt der bewusst gemilderten Inflationsrate auf das Wachstum des BIP ist. Keinen anderen Indikator – Anteil der Bevölkerung die erwerbstätig ist, reale Entwicklung der Durchschnittseinkommen pro Haushalte, reale Handelsumsätze bzw. neue Neubauten – weist auf eine wirtschaftliche Erholung. Außerdem, wenn die Wirtschaft angeblich seit Juni 2009, also seit 4.5 Jahren wächst, dann ist es jetzt Zeit für eine Rezession.

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