US-Konjunktur
Inflation zieht etwas an

Die Verbraucherpreise in USA sind im November erstmals seit Februar auf Jahressicht wieder gestiegen. Das Leistungsbilanzdefizit des weitet sich aus und die Lage am US-Immobilienmarkt verbesserte sich.
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WASHINGTON. Die US-Inflation bleibt angesichts hoher Arbeitslosigkeit und einer erst angelaufenen Konjunkturerholung im Rahmen. Die Verbraucherpreise stiegen im November verglichen zum Vormonat saisonbereinigt um 0,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten einen entsprechenden Wert erwartet. Auf Jahresbasis kletterten die Preise allerdings um 1,8 Prozent, der erste positive Wert über einen Zeitraum von zwölf Monaten seit Februar dieses Jahres.

Ohne den schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelbereich blieben die Preise unverändert, teilte das Ministerium mit. „Inflation ist kein Problem, und wir erwarten nicht, dass es bald eines wird“, sagte Brian Bethune, Chef-Finanzökonom des Analyseinstituts IHS Global Insight, der Finanzagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Zahlen. Im Oktober waren die Preise im Monatsvergleich um lediglich um 0,3 Prozent gestiegen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte unlängst ungenutzte Produktionskapazität, die hohe Arbeitslosigkeit und stabile Inflationserwartungen als wichtigste Faktoren für einen geringen Preisauftrieb auch in der nahen Zukunft benannt. Eine zahme Inflation erlaubt es des Zentralbank, die Zinsen niedrig zu lassen - wichtig für die noch junge Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Federal Reserve sollte am Mittwoch ihre jüngste Zinsentscheidung veröffentlichen. Es wird weithin erwartet, dass die Fed den Leitzins unverändert lässt. Experten rechnen erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 mit einem Zinsschritt.

Das Defizit der US-Leistungsbilanz hat sich im dritten Quartal wie erwartet ausgeweitet. Der Fehlbetrag stieg auf 108,0 Milliarden US-Dollar oder 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mittelte. Volkswirte hatten diese Entwicklung erwartet. Im zweiten Quartal 2009 hatte das Defizit noch bei revidiert 98,0 (zunächst 98,8) Milliarden Dollar gelegen. Grund für den höheren Fehlbetrag der Leistungsbilanz war vor allem das gestiegene Defizit der Handelsbilanz.

Die Lage am US-Immobilienmarkt hat sich im November verbessert. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg aufs Jahr hochgerechnet um 8,9 Prozent auf 574 000, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 580 000 gerechnet. Für Oktober wurde die Zahl der Wohnbaubeginne auf 527 000 von den ursprünglich gemeldeten 529 000 revidiert.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime stieg um sechs Prozent; aufs Jahr hochgerechnet lag die Zahl der genehmigten Anträge mit 584 000 so hoch wie seit November 2008 nicht mehr. Die Zahl ist ein Barometer für den zukünftigen Häuserbau und lag höher als von Volkswirten mit 570 000 erwartet.

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