US-Konjunktur könnte abkühlen
Bundesbank warnt vor Überhitzung an Kreditmärkten

Die Kreditvergabe mancher Banken ist nach Befürchtung der Bundesbank zu großzügig geworden. Bei der Preisbildung und Risikobewertung verließen sich die Finanzmärkte weltweit auf die günstigen wirtschaftlichen Aussichten.

HB FRANKFURT. „Dabei weisen Teile der Kreditmärkte Anzeichen einer Überhitzung auf“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Hermann Remsperger am Mittwoch in Brüssel laut vorab verbreitetem Redetext. Am Markt für risikoreiche Konsortialkredite hätten Kapitalgeber die Konditionen deutlich gelockert, sagte Remsperger den Angaben zufolge. Die Kreditfinanzierung von Unternehmensübernahmen sei weiter gestiegen. „Im freundlichen konjunkturellen Umfeld und bei scharfem Wettbewerb hält der Trend zu eher lockeren Kreditauflagen an.“ Die Weltwirtschaft wachse weiter. Doch warnte Remsperger vor einer allzu rosigen Sicht. So könne die US-Konjunktur stärker abkühlen als derzeit erwartet.

Die Zentralbanken warnen die Finanzmärkte, die nach mehreren Jahren mit sehr niedrigen Zinsen im Geld schwimmen, schon länger vor zu großem Leichtsinn. Es bestehe die Gefahr, dass die Märkte ein mögliches Ende der ruhigen Marktphase nicht genug in Betracht ziehen würden.

Nervosität war an den Finanzmärkten zuletzt wegen der Schieflage zweier Hedge-Fonds der fünftgrößten amerikanischen Investmentbank Bear Stearns aufgekommen. Diese hatten sich im Geschäft mit Hypothekenkrediten schwacher Bonität verspekuliert und müssen nun mit Milliarden Dollar aufgefangen werden. „Die mit Blick auf den Gesamtmarkt eher kleineren Verwerfungen stellen aus meiner Sicht aber bisher kein systemisches Risiko dar. Gleichwohl werfen sie die grundsätzliche Frage nach der Bewertung dieser verbrieften Kreditrisiken auf“, sagte Remsperger. Das Finanzsystem sei derzeit insgesamt robust.

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