US-Konjunktur
Michigan-Konsumklima überraschend gesunken

Mit einer Erholung der Konjunktur in den USA ist noch so bald zu rechnen: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitsloenhilfe ist wieder gestiegen und Häusermarkt liegt danieder. Jetzt hat sich auch noch das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima im August überraschend eingetrübt.
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HB MICHIGAN. Der entsprechende Index sei von 66,0 Punkten im Vormonat auf 63,2 Zähler zurückgegangen, teilte die Universität Michigan am Freitag mit. Im Juli war der Index erstmals seit Februar gesunken. Volkswirte hatten nun mit einem Anstieg auf 68,5 Punkte gerechnet. An der Börse gaben der Dax daraufhin nach, der Ölpreis fiel unter 70 Dollar.

Die Verbraucher schätzten ihre Vermögen deutlich schlechter ein als im Vormonat. Noch nie in der 60-jährigen Geschichte der Umfrage hätten weniger Verbraucher angegeben, dass sich ihre finanzielle Situation verbessert habe, teilten die Forscher mit. Viele machten den anhaltenden Arbeitsplatzabbau, kürzere Arbeitszeiten und geringere Lohnsteigerungen dafür verantwortlich. Die Aussichten für die Wirtschaft beurteilten die Verbraucher dagegen optimistischer.

Der Index der Universität Michigan gilt als Stimmungsbarometer für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der private Konsum wird wegen der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise derzeit besonders stark beachtet. In den vergangenen Jahren war der Konsum die wichtigste Konjunkturstütze der weltweit größten Volkswirtschaft. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Verbraucherpreise sind in den USA im Juli so stark gesunken wie seit fast 60 Jahren nicht mehr. Sie fielen um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 1950. Analysten hatten mit einem Minus von 2,0 Prozent gerechnet.

Grund für den Preisverfall ist die billigere Energie. Dafür bezahlten die amerikanischen Verbraucher im Schnitt 28,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dem ging ein Verfall der Weltmarktpreise für Rohöl voraus. Für ein Fass wurde vor einem Jahr der Rekordwert von knapp 150 Dollar verlangt. Derzeit sind es mit gut 70 Dollar weniger als die Hälfte, weil die Nachfrage wegen der weltweiten Rezession einbrach. Ohne die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise wären die Lebenshaltungskosten um 1,5 Prozent gestiegen.

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