US-Konjunktur: OECD senkt Wachstumsprognose deutlich

US-Konjunktur
OECD senkt Wachstumsprognose deutlich

Die OECD korrigiert Wachstumsprognose für USA deutlich nach unten. Trotz hartnäckig hoher Arbeitslosigkeit drohe den Vereinigten Staaten keine Rezession, schätzt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in ihrem Konjunkturausblick. Ihre Wachstumsprognose schraubte die OECD aber deutlich herunter.
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HB BERLIN/NEW YORK. „Es wird zwar immer deutlicher, dass sich die Wirtschaft in einer Schwächephase befindet“, sagte der OECD-Generalsekretär Angel Gurria in dem am Montag veröffentlichten Konjunkturausblick für die USA. „Aber das hat es bei früheren Aufschwüngen auch gegeben. Wir sehen kein Risiko für einen Rückfall in die Rezession.“ Allerdings werde die Erholung nicht stark genug ausfallen, um die Arbeitslosigkeit spürbar abzubauen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) traut der weltgrößten Volkswirtschaft aber nur ein schwächeres Wachstum zu und korrigierte ihre Prognose deutlich nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt der USA werde 2010 lediglich um 2,6 Prozent zulegen, im kommenden Jahr dann um 2,3 Prozent, erklärte die OECD am Montag in ihrem halbjährlichen USA-Bericht. Im Mai hatte die OECD das Wirtschaftwachstum in den USA noch bei jeweils 3,2 Prozent in diesem und im kommenden Jahr gesehen.

Der Preis für den Weg aus der Rezession sei ein hohes und weiterhin steigendes Haushaltsdefizit, hieß es in der Studie. Um dieses Defizit wieder abzubauen, seien sowohl eine strikte Ausgabenkontrolle als auch eine Erhöhung der Steuereinnahmen nötig. Die OECD unterstützt zudem den Kurs von US-Präsident Barack Obama: Er will die von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführten Steuererleichterungen für Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mehr als 250 000 Dollar nach dem Jahreswechsel auslaufen lassen.

Die OECD befürwortet in ihrem Bericht weitere staatliche Maßnahmen zur Stützung des Arbeitsmarkts. Die Stimulierungsmaßnahmen der Regierung und die akkommodierende Geldpolitik der Federal Reserve hätten eine konjunkturelle Wende bewirkt, gleichwohl bleibe noch Einiges zu tun. So dürfte der Schuldenabbau die Binnennachfrage noch einige Jahre lang begrenzen. "Weil die Entwicklung der Zinsen von einem extrem expansiven zu einem neutralen Niveau und die langsame Verkleinerung der Fed-Bilanz einige Zeit brauchen wird, müssen erste Zinserhöhungen kommen, noch ehe die Wirtschaft ihre Kapazitäten wieder voll auslastet", analysierte die OECD.

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  • Ursprünglich lautete die Überschrift dieses Artikels:
    "Keine Rezession, OECD gibt Entwarnung für US-Konjunktur"
    Warum diese Änderung?

  • Ziemlich sinnloses gerede, was da von der OECD kommt. Man behauptet, genau zu wissen, daß keine Rezession bevorsteht, dabei pfeifen es die spatzen von den Dächern. Der Lack ist ab, die fassade platzt ab, und zurück bleibt ein Schuldenberg. bei uns übrigens dasselbe.

  • irgendwie passt die Einschaätzung der OECD nicht. Aber was soll´s.

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