US-Konjunktur
Produktivität schnellt auf Sechs-Jahres-Hoch

Positive Konjunktursignale aus den Vereinigten Staaten: Die Produktivität der US-Wirtschaft ist im dritten Quartal 2009 auf den höchsten Stand seit sechs Jahren geschnellt. Und auch der Jobmarkt zeigt deutliche Spuren der Erholung. Die US-Börsen reagierten zu Handelsbeginn mit einem Schub .
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HB WASHINGTON. Aufs Jahr hochgerechnet nahm die Produktivität der Firmen nach vorläufigen Berechnungen vom Donnerstag um 9,5 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 6,4 Prozent gerechnet. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe steigerte seine Wettbewerbsfähigkeit kräftig.

Grund sind die Sparanstrengungen der Firmen, verbunden mit Stellenabbau: Die Zahl der Arbeitsstunden gab um fünf Prozent nach. Analysten sehen nun aber das Ende der Sparmöglichkeiten erreicht. Zusammen mit der Rückkehr des Wachstums im Sommer dürften die Unternehmen bald wieder damit anfangen, neue Mitarbeiter einzustellen.

Dessen ungeachtet fiel die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der Woche zum 31. Oktober auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten. Im Berichtszeitraum seien die Anträge auf 512.000 von revidiert 532.000 in der Vorwoche zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Volkswirte hatten mit 523.000 Erstanträgen gerechnet.

Das Arbeitsministerium sollte am Freitag die Daten zum Arbeitsmarkt im Oktober vorlegen. Experten gehen davon aus, dass der Arbeitsplatzabbau an Schärfe verliert. Die US-Wirtschaft hatte sich im Sommer aus der Rezession gelöst, vor allem getrieben vom milliardenschweren Konjunkturpaket der US-Regierung.

Die positiven Konjunkturdaten schoben den Dax an. Und auch den US-Börsen gaben sie zu Handelsbeginn einen Schub. Für gute Stimmung sorgten aber auch positive Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel. Die Unternehmen legten gute Daten für Oktober vor. Dies schürte Hoffnungen, die Geldbörsen der Verbraucher sitzen vor Beginn der Weihnachtssaison wieder lockerer.

Für gute Stimmung sorgten Analysten zufolge auch Aussagen von EZB-präsident Jean-Claude Trichet. Für 2010 sagte der Notenbanker eine schrittweise Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone voraus. „Die Kommentare klangen insgesamt etwas optimistischer“, sagte ein Händler. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zwar wie erwartet den Leitzins auf dem historischen Tief von einem Prozent belassen. Ihre massiven Liquiditätsspritzen zur Bekämpfung der schwersten Rezession seit Jahrzehnten will die Notenbank aber vermutlich in den kommenden Monaten Schritt für Schritt zurücknehmen. Den Zeitpunkt lies Trichet allerdings offen. Börsianer zeigten sich enttäuscht, dass er die Entscheidung über einen neuen Zwölfmonatstender der EZB auf Dezember verschob. Zugleich deutete Trichet an, dass die Hilfen für den Finanzsektor danach auslaufen werden.

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