US-Konjunktur
Stimmungsindikatoren bestätigen Rezessionsängste

Schon wieder eine Nachricht, die die Sorgen um die US-Konjunktur verstärkt – dieses Mal recht drastisch. Der Chicago-Einkaufsmanager-Index ist deutlich schlechter ausgefallen, als Beobachter zuvor prognostiziert hatten. Auch die Verbraucherstimmung in den USA verdüstert sich, wie der aktuelle Michigan-Index nahelegt. Die Börsen reagieren entsprechend.

HB NEW YORK/CHICAGO. Der Index sei "jenseits jeder Erwartung schlecht ausgefallen", heißt es unisono im Handel. Er sei deutlich in rezessives Territorium gefallen und bestätige nun die US-Rezessionsängste. Der Dax-Futures reagiert darauf mit sofortigem 40-Punkte-Abschlag. Der Dax fällt 2,1 Prozent auf 6 719 Punkte.

Die Geschäftsaktivität in der Region Chicago hat im Februar einen unerwartet starken Einbruch auf Rezessionsniveau erlebt. Der Verband der Einkaufsmanager in Chicago meldete einen Indexrückgang auf saisonbereinigt 44,5 Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten im Vorfeld einen leichteren Rückgang auf 50,0 prognostiziert. Im Januar hatte der Wert 51,5 betragen. Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion, Zahlen darunter auf eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe der Region.

Wie der Verband weiter mitteilte, belief sich der Index für die Produktion auf 46,5 (Vormonat: 51,3), der Index für den Auftragseingang wurde mit 48,8 (44,7) angegeben. Für den Beschäftigungsindex wurde ein Wert von 33,5 (47,0) gemeldet. Der Index für die bezahlten Preise fiel den Angaben zufolge auf 79,4 (81,7).

Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago wird von Beobachtern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er Rückschlüsse auf den landesweiten Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) zulässt. Allerdings ist die Region Chicago vor allem von der US-Automobilindustrie geprägt, weshalb sich eine Korrelation nicht immer durchgehend beobachten lässt.

Auch der Michigan-Index für die Verbraucherstimmung in den USA deutet in Richtung Flaute. Der an der Universität Michigan im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters berechnete Index ist im Februar nach den Ergebnissen der zweiten Umfrage auf 70,8 gesunken. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten den Indexstand bei 69,6 erwartet. Nach der ersten Befragung hatte sich ein Stand von ebenfalls 69,6 ergeben, im Vormonat hatte der Index bei 78,4 Punkten notiert.

Die US-Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen. Der Index für die Erwartungen im Februar belief sich auf 62,4 (Vormonat: erste Umfrage: 59,4), der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage wurde mit 83,8 (85,4) angegeben. Die Inflationserwartungen der Konsumenten auf Sicht von fünf Jahren blieben wie im Vormonat bei 3,0 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten kletterten die Inflationserwartungen auf 3,6 Prozent (3,4 Prozent).

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