US-Konjunktur
Vertrauen der US-Verbraucher bricht ein

Das Konsumklima in den USA hat sich im Oktober so stark eingetrübt wie noch nie. Nun liegt der entsprechende Index nicht mehr weit entfernt von dem 1980 markierten Rekordtief. Auch der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago ging überraschend zurück.

HB NEW YORK/WASHINGTON. Der von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Index für das Verbrauchervertrauen sackte nach endgültigen Angaben vom Freitag von 70,3 auf 57,6 Punkte ab. Analysten hatten angesichts der Finanzkrise und der drohenden Rezession weitgehend mit dieser Eintrübung gerechnet. Das Barometer liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit Juni und nicht mehr weit entfernt von dem 1980 markierten Rekordtief von 51,7 Punkten.

Der Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Die Kaufzurückhaltung der Amerikaner hatte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal so stark schrumpfen lassen wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Die persönlichen Ausgaben von US-Haushalten sind im September wie erwartet gefallen. Sie seien um 0,3 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das US-Handelsminsiterium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang um 0,3 Prozent erwartet. Im August verharrten die persönlichen Ausgaben noch unverändert. Die persönlichen Einnahmen seien im September um 0,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Volkswirte hatten zuvor einen Anstieg um 0,1 Prozent prognostiziert.

Der Verbraucherpreisindex PCE ohne Lebensmittel und Energie (Kernindex) stieg um 0,2 Prozent zum Vormonat. Hier hatten die Experten einen Anstieg um 0,1 Prozent prognostiziert.

Der Verband der Einkaufsmanager in Chicago hat am Freitag einen überraschend starken Rückgang des Index der Geschäftstätigkeit im Oktober auf saisonbereinigt 37,8 gemeldet. Ökonomen hatten im Vorfeld einen Stand von 48,0 prognostiziert. Im September hatte der Wert 56,7 betragen. Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion, Zahlen darunter auf eine Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe der Region.

Wie der Verband weiter mitteilte, belief sich der Index für die Produktion auf 30,9, im Vormonat: 71,4, der Index für den Auftragseingang wurde mit 32,5, im Vormonat 53,9 angegeben. Für den Beschäftigungsindex wurde ein Wert von 41,5, im Vormonat 49,1 gemeldet. Der Index für die bezahlten Preise fiel den Angaben zufolge auf 53,7, im Vormonat 80,7.

Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago wird von Beobachtern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, da er Rückschlüsse auf den landesweiten Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) zulässt. Allerdings ist die Region Chicago vor allem von der US-Automobilindustrie geprägt, weshalb sich eine Korrelation nicht immer durchgehend beobachten lässt.

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