US-Konjunkturdaten
Rezessionsangst in den USA gedämpft

Am Freitag haben die September-Daten zur US-Konjunktur ein wenig die Sorgen gedämpft, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft wegen der Schwäche am Immobilienmarkt auf dem Weg in die Rezession befinden könnte.

HB WASHINGTON. Positiv wurden vor allem die Zahlen für den Einzelhandel aufgenommen, die stärker als erwartet ausgefallen waren. Wie das Handelsministerium mitteilte, kletterten die Umsätze der US-Einzelhändler im vergangenen Monat um 0,6 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um nur 0,2 Prozent gerechnet. Zu dem Ergebnis trugen vor allem Benzinverkäufe an den Tankstellen sowie der Autoabsatz bei. Die Umsätze im Einzelhandel machen etwa ein Drittel der gesamten Verbraucherausgaben aus und sind daher ein wichtiger Indikator für die Gesamtwirtschaft. Am Vortag hatten große Einzelhändler noch von enttäuschenden September-Verkaufszahlen berichtet.

Die neuen Zahlen deuteten darauf hin, dass sich die Immobilien- und Kreditkrise doch nicht so negativ auf die Verbraucherausgaben ausgewirkt habe, sagte Jim Paulsen, von Wells Capital Management in Minneapolis. „Der Arbeitsmarkt ist ok, der Konsum ist ok, und wenn die Verbraucherdaten ok bleiben, wird auch die Wirtschaft ok sein.“ Die US-Börsen reagierten auf die Zahlen mit steigenden Kursen.

Angesichts der Daten rechneten viele Investoren nun auch nicht mehr mit einer erneuten Zinnsenkung durch die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung Ende des Monats. Die Fed hatte die Zinsen am 18. September um eine halben Prozentpunkt gesenkt, als überraschend schwache Arbeitsmarktdaten die Sorgen vor einer Rezession verstärkten. Einige Marktteilnehmer hätten vielleicht mit einem Abgleiten in die Rezession gerechnet, sagte Chris Rupkey von Tokyo-Mitsubishi in New York. „Aber es gibt keine Rezession, wenn die Verbraucher weiter Geld ausgeben und nach allem was wir wissen, scheinen sie dies zu tun.“

Nach der Zinssenkung aufgekommene Inflationssorgen wurden durch die ebenfalls am Freitag veröffentlichten Daten über die Entwicklung der US-Erzeugerpreise begrenzt. In der Kernrate ohne Lebensmittel- und Energiepreise betrug der Anstieg im September 0,1 Prozent zum Vormonat und lag damit leicht unter den Analystenerwartungen. Mit den beiden schwankungsanfälligen Indikatoren betrug der Anstieg 1,1 Prozent und lag damit über den Annahmen von Fachleuten.

Etwas Wasser in den Wein gossen hingegen die Daten zum Verbrauchervertrauen von der Universität Michigan für Oktober. Diese wiesen einen etwas stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang auf 82,0 Punkte aus. Es ist der niedrigste Stand seit August 2006.

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

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