US-Konsumklima-Index
„Die Zuversicht kommt langsam aus dem Keller“

Die US-Bürger stufen ihre gegenwärtige Situation so düster ein wie seit 1983 nicht mehr. Doch das kann ihnen die Konsumlaune nicht verderben. Der entsprechende Index hat sich im Dezember überraschend stark verbessert – auch nicht zuletzt deshalb, weil viele Amerikaner die Arbeitsmarktentwicklung wieder positiver sehen.
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HB NEW YORK. Der Index für das Verbrauchervertrauen stieg auf 52,9 von 50,6 Punkten im November, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas geringeren Anstieg auf 52,5 Punkte gerechnet. Die Verbraucher äußerten sich etwas weniger skeptisch über die Aussichten für den Arbeitsmarkt und waren deutlich optimistischer für die Zukunft. Ihre gegenwärtige Situation stuften sie jedoch so düster ein wie seit 1983 nicht mehr. Damit signalisierte der Index trotz seines Anstiegs eine nur zögerliche Erholung der US-Wirtschaft.

Die kurzfristigen Erwartungen seien so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr, sagte Lynn Franco, Direktorin der Abteilung Verbraucherforschung. Allerdings sei die Bewertung der aktuellen Lage weiter auf dem niedrigsten Niveau seit 26 Jahren. Trotz der gestiegenen Erwartungen der Konsumenten mit Blick auf den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftsklima für Unternehmen sähen die Verbraucher die Entwicklung ihrer Einkommen eher pessimistisch.

Dies werde 2010 bei Kaufentscheidungen weiter eine wichtige Rolle spielen. Die US-Wirtschaft hängt zu 70 Prozent vom privaten Konsum ab. Für den Index werden jeden Monat rund 5000 Haushalte befragt.

„Die Zuversicht kommt langsam aus dem Keller“, sagte Ryan Sweet, Ökonom beim US-Wirtschaftsinstitut Moody's Economy.com, der Fachagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Zahlen. „Der Konsument konzentriert sich weiterhin auf das Notwendige.“ Nach wie vor herrsche bei den Amerikanern Unsicherheit, wie es an der Jobfront und bei den Gehältern weitergehe.

Die US-Arbeitslosenquote steht bei zehn Prozent. Obwohl Ökonomen 2010 eine deutliche Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt erwarten, befürchten Experten auch zum Ende des neuen Jahres hin weiter eine Quote von mehr als neun Prozent - für amerikanische Verhältnisse ein extrem hoher Wert.

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