US-Krise
Kongress kritisiert Rolle der Fed

Ein Untersuchungsausschuss zur Krise verteilt die Schuld auf Notenbankchefs, Politiker und die Banken. Dabei bekommt jeder sein Fett ab. Die Krise wird dadurch vielleicht erklärbar - gelöst aber noch lange nicht.
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Ein überparteilicher Untersuchungsausschuss des US-Kongresses lastet Politikern und Finanzbossen gleichermaßen die Schuld an der Finanzkrise an. "Wir kommen zu dem Schluss, dass diese Finanzkrise vermeidbar gewesen wäre", heißt es im Abschlussbericht der demokratischen Kommissionsmitglieder, der am Donnerstag vorgelegt werden soll. Die Vertreter der Republikaner wollen eigene Einschätzungen veröffentlichen.

"Die Krise war das Ergebnis menschlichen Handelns und menschlicher Untätigkeit und nicht davon, dass Mutter Natur oder Computermodelle außer Rand und Band geraten wären", schreiben die Demokraten. Sie kritisieren auch den früheren Chef der US-Notenbank Alan Greenspan sowie dessen Nachfolger Ben Bernanke. Greenspan habe durch seine Überzeugung, Finanzinstitute könnten sich selbst kontrollieren, zu der Krise beitragen, heißt es. Genauso bekommt der ehemalige demokratische Präsident Bill Clinton sein Fett ab: Clintons Regierung habe dafür gekämpft, dass die hochkomplizierten Derivate-Produkte keiner Kontrolle und Aufsicht unterworfen worden seien. Die Ratingagenturen hätten ihrerseits durch eine allzu positive Bewertung von Risiken die schwerste Finanzkrise seit Generationen befeuert.

Der Bericht nimmt auch die großen Investmentbanken ins Gebet, von denen mit Goldman Sachs und Morgan Stanley nur zwei die Krise als eigenständiges Unternehmen überlebt haben. Alle fünf- auch Lehman Brothers Merrill Lynch und Bear Stearns - hätten im Jahr 2007 mit außerordentlich dünner Kapitaldecke gearbeitet, kritisiert der Bericht.

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