US-Notenbank: Bernanke spürt Rückhalt für Kurs in der Fed

US-Notenbank
Bernanke spürt Rückhalt für Kurs in der Fed

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat vor dem Kongress seine lockere Geldpolitik verteidigt. Er spürt die Mehrheit des zuständigen Komitees hinter sich. Unklar bleibt, wie groß das Lager der Kritiker wirklich ist.
  • 0

WashingtonUS-Notenbankchef Ben Bernanke hat vor dem Kongress Zweifel an der Zukunft der lockeren Geldpolitik der Fed zerstreut. Es gebe im für die Zinspolitik entscheidenden Offenmarktausschuss FOMC großen Rückhalt für den von ihm eingeschlagenen Kurs, betonte Bernanke am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.

„Eine klare Mehrheit des Komitees stützt die Politik, die wir betreiben", fügte der Fed-Chef hinzu. Die Protokolle der jüngsten Zinssitzung hatten Zweifel an der Dauerhaftigkeit des von Bernanke eingeschlagenen Kurses aufkommen lassen. Mehrere Notenbanker hatten auf Inflationsrisiken durch die erst im Januar auf 85 Milliarden Dollar pro Monat aufgestockten Wertpapierkäufe hingewiesen. Sie sprachen dabei von der Option, das Programm zu stoppen oder zurückzufahren.

Experten rätseln, wie groß das Lager der Kritiker des von Bernanke eingeschlagenen Kurses im FOMC ist. Vize-Gouverneurin Janet Yellen und drei weitere Notenbanker haben bereits offen davor gewarnt, das Ankaufprogramm vorzeitig zu beenden. Bernanke machte nun vor dem Kongressausschuss deutlich, dass ein kurzfristiger Kurswechsel unwahrscheinlich ist.

Die Fed hatte beschlossen, die Käufe so lange beizubehalten, bis eine Wende zum Besseren am Arbeitsmarkt erreicht ist. Bernanke betonte, die Notenbank würde ihren Kurs womöglich überdenken, wenn sich „über geraume Zeit" kein Fortschritt am Arbeitsmarkt abzeichnen sollte. Danach sehe es derzeit aber nicht aus. Es habe ja bereits Fortschritte gegeben.

Bereits am Vortag hatte Bernanke vor einem Senatsausschuss seine Politik des billigen Geldes vehement verteidigt. Im Zug der Anti-Krisenpolitik ist die Bilanz der Notenbank massiv aufgebläht worden: Sie ist mit einer Summe von drei Billionen Dollar nun drei Mal so groß wie 2008.

Der Arbeitsmarkt bereitet der Fed trotz der Mega-Geldspritzen noch immer größte Sorgen. Die weiter relativ hohe Arbeitslosigkeit könne langfristig gravierende Folgen für die Wirtschaft der USA haben, mahnte Bernanke. Im Januar stieg die Arbeitslosenquote sogar auf 7,9 Prozent. Für die am 8. März anstehenden Februar-Daten erwarten Experten keine niedrigere Quote.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Notenbank: Bernanke spürt Rückhalt für Kurs in der Fed"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%