US-Notenbank
Bernanke warnt vor Inflationsgefahr

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat vor Inflationsgefahren durch steigende Energiepreise gewarnt und damit nach Einschätzung von Experten ein Ende der Zinssenkungen in den USA angedeutet. Der Dollar reagierte auf die Äußerungen Bernankes an den Devisenmärkten in Fernost.

HB WASHINGTON. Eine baldige Anhebung der Zinsen – wie es einige Fed-Mitglieder fordern – stehe indes aber wohl auch nicht bevor, sagten Volkswirte. Ein solcher Schritt sei frühestens ab Oktober wahrscheinlich.

Der jüngste Anstieg der Energiepreise habe die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Inflationserwartungen verstärkt, sagte Bernanke am Montagabend auf einer Konferenz in Chatam im US-Bundesstaat Massachusetts.

Die Fed werde aber sich aber gegen eine Erosion der langfristigen Inflationserwartungen mit Kraft zur Wehr setzen. Ansonsten würden sich das Wirtschaftswachstum und die Inflation destabilisierend entwickeln.

Die Äußerungen des US-Notenbankchefs über die nicht hinnehmbare Inflationsgefahren gaben dem Dollar am Dienstag an den Devisenmärkten in Fernost Auftrieb. Der Euro notierte nach den Äußerungen Bernankes mit 1,5594 Dollar 0,3 Prozent schwächer als zuvor. Zum Yen stieg der Dollar gar um 0,4 Prozent auf 106,68 Yen.

Bernankes Worte deuten weiter darauf hin, dass die US-Notenbank inzwischen der Inflation eine wichtigere Rolle bei ihrer Zinspolitik einräumt, nachdem zuletzt der Schwerpunkt auf der Lösung der Probleme an den Finanzmärkten lag. Es waren die dritten öffentlichen Äußerungen des Fed-Chefs in diese Richtung binnen einer Woche.

Die nächste Zinssitzung der Notenbank ist am 24. und 25. Juni. Zuletzt hatte die Fed am 30. April ihren Leitzins von 2,25 auf 2,0 Prozent gesenkt, um die schwächelnde Konjunktur mit billigerem Geld zu stützen. Damit lockerte sie die Geldpolitik seit September sieben Mal. Damals hatte der Satz bei 5,25 Prozent gelegen.

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