US-Notenbank
Faustregel fürs Gelddrucken

Die Fed hat erstmals einen Hinweis darauf gegeben, wie lange sie an ihrer unkonventionellen Geldpolitik festhalten will. Danach muss die Arbeitslosenquote erst auf unter 7,25 Prozent fallen, bevor der Kurs geändert wird.
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WellesleyAus der US-Notenbank (Fed) kommt der erste konkrete Vorschlag zur Dauer der Politik des billigen Geldes. Der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren, empfahl am Donnerstag, diese mindestens so lange fortzusetzen, bis die Arbeitslosenquote unter die Marke von 7,25 Prozent fällt. Sobald dies der Fall sei, solle ein Stopp des Programms zur sogenannten Quantitativen Lockerung (QE) geprüft werden.

Ferner solle der Leitzins so lange bei Null bleiben, bis die Arbeitslosigkeit auf 6,5 Prozent rutscht. Bedingung für beide Faustregeln sei allerdings, dass die Aussichten für die Inflation moderat sind, erläuterte Rosengren, der erst im kommenden Jahr in dem für die geldpolitischen Entscheidungen zuständigen Ausschuss stimmberechtigt ist. Wegen der schleppenden Konjunktur hatte die Fed im September eine dritte Runde der Quantitativen Lockerung (QE3) gestartet. Diese sieht einen Wertpapier-Aufkauf in Höhe von 40 Milliarden Dollar im Monat vor.

Zur Laufzeit dieses Programms hat sich die Notenbank bislang nicht genau geäußert. Sie hatte lediglich formuliert, es solle so lange dauern, bis sich der Arbeitsmarkt "substanziell" verbessert. Welche Kriterien dafür gelten sollen, hat die Fed bislang nicht festgelegt. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 7,8 Prozent. Der Arbeitsmarktbericht für Oktober sollte am Freitag vorgelegt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ..und in ihren Risiken zur Herbeiführung realwirtschaftlicher Armut unterschätzt. Dass die Inflation kommt, haben inzwischen auch die Spatzen auf den Dächern schon wieder aufgehört zu pfeifen, weil es langsam jeder checkt. Der Anstieg der Vermögenspreise ist ein sicheres Zeichen, die Fiatgeld-Flut möchte sich vermehren, sucht sich seine Gefilde, die nächsten Blasen werden entstehen, nur gewaltiger; zieht erst die Konjunktur an werden die Banken kräftig Kredite an die Unternehmen und Konsumenten ausreichen, wo auch immer auf der Welt, die Inflation wird dann heftig und schnell kommen ("Ketchup-Inflation"), der Preisanstieg in ausländischen Märkten wird über die Importe/Vorprodukte hierher importiert ("importierte Inflation"), spätestens dann werden auch schnell die Konsumentenpreise heftig steigen. Nichts zieht aber Spekulationskapital so schnell und massiv an wie steigende Güterpreise -> Peng
    Der Inflationsbetrug wird der nächste Jahrhundertbetrug und alle - ganz realwirtschaftlich - enteignen, die Geld gespart haben und/oder an irgendwelche Altersvorsorge-/Finanzprodukte geglaubt haben, in denen absolute Zahlen drinstehen.

  • Da die Amis das Ziel von nur 6,5% Arbeitslosigkeit nie erreichen werden, können wir in den nächsten Jahren mit QE 4-10 rechnen.

    Auch in Deutschland, wo mehr als 5 Millionen Hartz I und II beziehen, liegt die wahre Arbeitslosenrate bei ca.11% mit ansteigender Tendenz.

    Da dies im Vergleich zu den anderen EU-Pleitestaaten relativ niedrig erscheint, wird Frischgelddrucker Draghi weiterhin seine Gelddruckmaschinen laufen lassen.

    Natürlich verursacht die Geldmengensteigerung von Billionen € keine Inflation, genausowenig wie je die Absicht bestand, eine Mauer zu bauen.

  • Daran kann man die ganze Scharlatanerie und kindische Dummheit der Gelddruckvollhorste erkennen. Sie übersehen einfach die Nebenwirkungen anhaltender Kreditverschlechterung, nämlich die immer unproduktivere Industrie mit immer größeren Kapitalfehlallokationen. Diese mag kurzfristig Arbeitsplätze schaffen, verliert sie ebenso sicher aber langfristig. Und an dem Tag an dem der letztere Trend den ersten überholt, werden wir endlich die anstehende Systemdiskussion bekommen. Leider wegen der Blindheit des Voodoo-Ökonomenmainstreams zu einem viel höheren Preis als notwendig!

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