US-Notenbank
Fed-Chef Bernanke gewinnt an Rückhalt

Die Amtszeit von Fed-Chef Ben Bernanke läuft Ende Januar 2010 aus. Ob er eine zweite bekommt? Das Weiße Haus überlegt bereits, wer ihn ersetzen könnte. Mögliche Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. Doch schon US-Finanzminister Geithners Lieblingskandidat ist mächtig umstritten. Außerdem hat Bernanke viele Fürsprecher – auch in Deutschland.

DÜSSELDORF. Hat der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke noch eine Zukunft? Derzeit schießen die Spekulationen ins Kraut, das Weiße Haus habe seine Ablösung längst beschlossen. Wie die Fed personell bestückt wird, ist gesetzlich geregelt. Demnach steht Präsident Barack Obama zu, einen Kandidaten zu benennen, der anschließend allerdings vom Senat bestätigt werden muss.

Geht es nach Obamas Finanzminister Timothy Geithner, dann ist der Wirtschaftsberater des Präsidenten, Larry Summers, die erste Wahl für den Job. Die beiden kennen sich aus der Clinton-Ära. Summers war damals Finanzminister, Geithner arbeitete unter ihm. Während der Amtszeit von George W. Bush lehrte Summers als Professor an verschiedenen Universitäten und verdiente sich mit einem Nebenjob beim Hedgefonds D. E. Shaw & Company ein hübsches Sümmchen dazu. Heute ist er ökonomischer Chefberater Obamas und koordiniert die wirtschaftspolitisch relevanten Aktivitäten der einzelnen Ministerien.

Fachlich wäre Summers daher wohl durchaus geeignet für die Bernanke-Nachfolge. Allerdings ist er wegen seiner Wall-Street-Verquickung nicht unumstritten. Als Summers seine Einnahmen des Jahres 2008 offenlegte, kam heraus, dass er insgesamt 2,7 Millionen Dollar von der Wall Street für Vorträge bekommen hatte. Allein Goldman bezahlte ihm 135.000 Dollar. Für einen eintägigen Besuch. 45.000 Dollar spendete Merrill Lynch für eine Kurzvisite Summers - acht Tage nachdem Obama die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte.

Neben Summers hat das Weiße Haus offenbar noch weitere Nachfolgekandidaten auf dem Zettel. Das "Wall Street Journal" berichtet, dass in den kommenden Wochen regierungsintern die Eignung verschiedener namhafter Ökonomen geprüft werden soll. Darunter sind die früheren stellvertretenden Fed-Chefs Roger Ferguson and Alan Blinder.

Ferguson war Anfang 2006, nur kurze Zeit, nachdem der langjährige Fed-Vorsitzende Alan Greenspan aus dem Amt geschieden war, von seinem Posten zurückgetreten. Greenspan, der die Bank 18 Jahre lang leitete, war damals durch den Wirtschaftsprofessor Bernanke abgelöst worden. Ferguson gehörte dem Vorstand der Fed insgesamt acht Jahre an. In der Öffentlichkeit erlangte er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Popularität. Damals hatte er kurzzeitig den damals verreisten Greenspan zu vertreten und ging sehr besonnen mit der dramatischen Situation um. Bevor der 54-Jährige dem Fed-Vorstand beitrat, war der aus der Hauptstadt Washington stammende Ferguson Teilhaber bei McKinsey & Company, einer internationalen Firma für die Management-Beratung.

Blinder war in den neunziger Jahren selber für einige Zeit Mitglied des Direktoriums der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Dem Princeton-Ökonomen wird zugutegehalten, dass er schon früh die Krise hat kommen sehen. Im Frühjahr 2008 hat Blinder auf den gefährlichen Herd der Krise, die Hypothekenkredite, hingewiesen. Er warnte vor einem "Tsunami" an Zwangsversteigerungen mit katastrophalen Folgen für die Wirtschaft.

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