US-Notenbank
Fed setzt weiter auf Politik des billigen Geldes

Trotz jüngster Hoffnungsschimmer am Konjunkturhimmel will die US-Notenbank an ihrer international heftig umstrittenen Politik der geldpolitische Lockerung festhalten. Die Zentralbanker um Fed-Chef Ben Bernanke bestätigten auf ihrer Zinssitzung zugleich den Leitzins auf seinem historischen Tiefstand.
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HB WASHINGTON. Die größte Volkswirtschaft der Welt wächst - aus Sicht der US-Notenbank aber nicht schnell genug. Zwar setze sich die Erholung fort, teilte die Federal Reserve (FED) am Dienstag nach der Sitzung des Offenmarktausschusses mit. „Aber mit einer Rate, die nicht ausreicht, die Arbeitslosenquote zu verringern.“

Die Zentralbank erklärte, ihre im November angekündigte und international heftig umstrittene geldpolitische Lockerung fortzusetzen. Dabei will sie für 600 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen, um langfristige Zinsen zu drücken und dadurch die Nachfrage anzukurbeln. Zu den Kritikern des Fed-Schritts gehört auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der Ergebnisse früherer massiver Geldspritzen der Notenbank als „trostlos“ bezeichnete.

Die Konjunktureinschätzung der Fed fiel praktisch identisch zu der von Anfang November aus. Die Konsumfreude der Haushalte bleibe weiter durch hohe Arbeitslosigkeit, nur moderaten Einkommenszuwachs, den Wertverfall am Immobilienmarkt und schwierige Kreditbedingungen gedämpft. Arbeitgeber hielten sich mit Einstellungen nach wie vor zurück. Die Lage auf dem Häusermarkt bleibe schwierig.

Die Notenbank bestätigte am Dienstag den historischen Tiefstand des Leitzinses in der Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent. Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise hatte die Fed diesen Zielkorridor im Dezember 2008 festgelegt. Die Märkte rechnen wegen des schleppenden Aufschwungs erst 2012 mit einer Zinsanhebung.

US-Notenbankchef Ben Bernanke schließt nicht aus, dass es vier oder fünf Jahre dauert, bis sich in den USA die Lage auf dem Arbeitsmarkt normalisiert. Angesichts der schwächelnden Wirtschaftserholung und der hohen Arbeitslosigkeit sei eine weitere geldpolitische Lockerung „gewiss möglich“, sagte Bernanke in einem vor gut einer Woche ausgestrahlten Fernsehinterview.

Als „normale“ Arbeitslosenquote nannte Bernanke eine Spanne zwischen fünf und sechs Prozent. Im November war sie auf 9,8 Prozent gestiegen, das ist der höchste Stand seit April.

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  • Das Dollardrucken ist doch die Entschuldung, bernanke senkt damit die internationalen Verbindlichkeiten. Erst wenn China vom Dollar loslässt, fällt der Dollar, aber das machen die Chinesen jetzt noch nicht, da sie den gesammelten US Exportüberschuss noch möglichst lange für die internationale Expansion ihrer Wirtschaft nutzen wollen. bernanke weiß das und verdünnt so kontinuierlich den Wert der China-Dollar- billionen, um China zu schwächen, was aber nur zum Teil gelingt.

    Am Ende steht China als Sieger und industriemacht Nr. 1 der Welt dieser US Deindustrialisierung a la Milton Friedman da.
    Der hat für dieses Nonsense übrigens einen Nobelpreis in Ökonomie bekommen!

  • das private Unternehmen, die US Federal Reserve, hat Angst das Recht zu verlieren, den US Dollar zu drucken, zirkulieren und den Leitzinz zu setzen.
    Das von 1913, unter sehr merkwuerdugen Umstaenden, erworbene Recht ueber die Kontrolle des US Dollars waere im Falle eines Kollapses der US Wirtschaft das Ende des US Fed imperiums, gegruendet von Rothschild, Warburg und Morgan.
    Die US Fed wird drucken bis das Papier teurer sein wird als der Wert des Geldscheins.

  • diese Politik wird uns noch alle den Kragen kosten
    und wenn nicht uns, dann unsere Kinder

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